Blutausstrich

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Der Blutausstrich (peripheral blood smear) ist eine laborchemische Methode, die Zellen des Bluts auf dem Objektträger zu vereinzeln, so dass sie ohne Überlagerung unter dem Mikroskop differenzierbar sind. Dazu wird ein Bluttropfen an den Rand des Objektträgers aufgetragen. Mit einem zweiten Objektträger, der darüber schräg angelegt wird, so dass der Bluttropfen sich im spitzen Winkel zwischen den Gläsern befindet, wird die Blutflüssigkeit zügig über das unten liegende Glas gezogen und damit gleichmäßig verteilt. Der gefärbte Blutausstrich wird mikroskopisch auf die Verteilung der Zelltypen und atypische Zellen hin untersucht.


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Färbung des Blutausstrichs

Die Färbung erfolgt standardmäßig so, dass der den Blutausstrich tragende Objektträger eine Reihe von Farblösungen durchläuft. Die Anfärbung der Blutzellen (z. B. nach Giemsa oder Pappenheim, US: Wrights stain) erfolgt so, dass sich basische Zellbestandteile blau und saure rot anfärben.

So werden im Differenzialblutbild beispielsweise basophile Granulozyten bläulich und eosinophile Granulozyten rötlich darstellbar. Plasmazellen, große Lymphozyten und Monozyten haben einen bläulich wirkenden Zellleib. Neutrophile Granulozyten sind farbneutral. Erythrozyten sind rot.

Diagnostik mit Hilfe eines Blutausstrichs

Mit Hilfe eines standardmäßig gefärbten Blutausstrichs können mikroskopisch eine Reihe von Anomalien und Krankheitshinweise erkannt werden. Dazu gehören atypische Erythrozyten, so z. B. Targetzellen (Schießscheiben-Erythrozyten bei der Thalassämie, bei Lebererkrankungen und der Eisenmangelanämie), Auerstäbchen und Gumprecht’sche Kernschatten bei Leukämieformen, Howell-Jolly-Körperchen (z. B. nach Splenektomie bei gesteigerter Erythropoese) und Malariaerreger.

Der Blutausstrich kann durch Spezialfärbungen dazu verwendet werden, besondere Zellen, die nicht ohne weiteres erkennbar sind, auffindbar und beurteilbar zu machen. Dazu gehören Retikulozyten, Subtypen der Lymphozyten (CD4- und CD8-Zellen, wichtig z. B. bei der Beurteilung der Abwehrkraft bei HIV-Infektion) und Tumorzellen.

Verweise

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).