Verdauungsstörungen

Verdauungsstörungen kommen zustande, wenn

  • Verdauungsorgane bei akuten oder chronischen Krankheiten insuffizient arbeiten,
  • die Zeit für die Verdauung und Resorption der aufgeschlossenen Nahrungsbestandteile im Magendarmkanal zu kurz ist, wie es bei Durchfallkrankheiten der Fall ist.

Sie werden durch Stuhlgangsveränderungen auffällig. Der Stuhl wird zu häufig, zu dünn und häufig auch geruchsbelästigend.

Eine vorübergehende Verdauungsstörung ist häufig und meist bedingt durch

  • Nahrungsbestandteile, die über einen allergischen oder toxischen Mechanismus zu einer Irritation oder vorübergehenden Entzündung der Schleimhaut des Magendarmkanals führen,
  • Bakterien oder Viren, mit denen der Dünndarm infiziert ist (Enteritis).

Irritation oder Insuffizienz von Verdauungsorganen

Die für die normale Verdauung erforderlichen Organe sind der Dünndarm, die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) und die Leber mit ihrer Gallebildung. Alle diese Organe besitzen eine hohe Reservekapazität für die Bildung ihrer Verdauungssäfte, so dass chronische Erkrankungen oft erst spät zu Symptomen führen. Akute Erkrankungen jedoch können zu einer wirksamen vorübergehenden Symptomatik durch Verdauungsinsuffizienz führen.

  • Dünndarm: Eine Insuffizienz der Verdauungs- und Resorptionsleistung des Dünndarms kommt bei verschiedenen Dünndarmkrankheiten vor. Dabei kann nicht nur die Bildung der Verdauungsenzyme sondern auch die Resorption der Nahrungsbestandteile (Zucker, Aminosäuren, Fettsäuren, Spurenelemente und Vitamine) beeinträchtigt sein. Besonders wirksam wird dies bei chronischen Dünndarmkrankheiten (siehe hier).
    • Enteritis: Jede akute Enteritis kann zu einer akuten Verdauungsinsuffizienz führen.
    • Sprue: Unter den chronischen Dünndarmkrankheiten ist es vor allem die [[Coeliakie (Sprue), die exemplarisch ist.
    • Karzinoid: Eine Krankheit, die durch Beschleunigung der Passagezeit zu Verdauungsstörungen führt, ist das Karzinoid.
    • Bakterielle Überwucherung des Dünndarms: Bei einer bakteriellen Überwucherung des Dünndarms kommt es ebenfalls zu Verdauungsstörungen.
    • Nahrungsmittelunverträdlichkeit: Eine Nahrungsmittelunverträglichkeit kann über einen toxischen oder allergisch-hyperergen Mechanismus zu Stuhlgangsveränderungen führen.
  • Bauchspeicheldrüse: Wenn die Bildung der Bauchspeicheldrüsenenzyme (wie Trypsin, Lipase und Amylase) unzureichend wird, kommt es zu mangelhafter Verdauung. Im Endstadium einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung (chronische Pankreatitis) kann es damit zu einer Verdauungsinsuffizienz kommen (siehe hier).
  • Leber: Die Leber steuert Galle zur Verdauung bei. Sie fördert die Fettverdauung und die Resorption der Fettsäuren und fettlöslicher Vitamine. Fehlt Galle, wie es bei einer akuten Leberentzündung (akute Hepatitis) oder im fortgeschrittenen Stadium einer Narbenleber (Leberzirrhose) eintreten kann, so kommt es zu entsprechenden Mangelzuständen (u. a. Vitaminmangel) und Auswirkungen auf den Stuhl (heller und fettiger Stuhl).

Auswirkungen

Auswirkungen auf den Körper

Durch eine Verdauungsinsuffizienz kommt es dann zu Mangelerscheinungen im Körper, wenn die körpereigenen Reserven eines Nahrungsbestandteils aufgebraucht sind. Dies kann sehr unterschiedlich eintreten. Die Bestandteile der Grundnahrungsmittel (Zucker, Aminosäuren, Kohlenhydrate) dienen einerseits zum Aufbau von Körpersubstanzen, andererseits in unterschiedlichem Maße auch der Energiegewinnung für körperliche und geistige Aktivitäten. Spurenelemente und Vitamine dienen verschiedensten Stoffwechselvorgängen; ihr Mangel kann sehr unterschiedliche Symptome hervorrufen.

Mangelzustände können bei längerer Dauer zu Gewichtsabnahme, Abnahme der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit (Kraftlosigkeit, Interesselosigkeit, Konzentrationsstörungen, Schläfrigkeit) führen. Es können sich eine Anämie, Ödeme und Aszites entwickeln. Das Vollbild entspricht dem des Kwashiorkor.

Auswirkungen auf den Stuhl

Bei jeder Verdauungsinsuffizienz treten unverdaute Nahrungsbestandteile in den Dickdarm über. Es kommt zu einer bakteriellen Nachverdauung, was zu Darmgasen (Meteorismus), einer Abnahme der Stuhlkonsistenz bis hin zu durchfälligem Stuhl (Diarrhö) und – besonders im Falle einer unzureichenden Eiweißverdauung – zu übel riechendem Stuhl führt (siehe hier).

Verweise

Patienetinfos