Toxischer Leberschaden

Toxischer Leberschaden bedeutet eine dosisabhängige Leberschädigung durch Giftstoffe. Zu ihnen können Genussgifte, gewerbliche oder pflanzliche Gifte und auch auch Medikamente und ihre Stoffwechselprodukte gehören.

Zur Medikamenten-induzierten Leberschädigung siehe hier.


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Diagnosestellung

Bei einer unklaren Erhöhung der Leberwerte muss immer auch an einen toxischen Leberschaden gedacht werden.

  • Ausgangspunkt der differenzialdiagnostischen Überlegungen sind meist auffällig erhöhte Leberwerte wobei GOT (ASAT) meist deutlich höher ist als GPT (ALAT). Auch Cholestaseenzyme können führen.
  • Anamnestisch wird nach zeitlich zusammenfallender (koinzidenter) Exposition mit einem Toxin oder einem neuen Medikament gefahndet.
  • Sicherheitshalber sollte serologisch eine infektiöse Hepatitis ausgeschlossen werden.

Klinische Bedeutung

Toxische Leberschäden können unerkannt chronische Leberveränderungen bedingen. Sie füren im Laufe der Zeit durch Kollageneinlagerungen ins Parenchyms zur Leberfibrose und schließlich zur Leberzirrhose. Beispiele toxischer Auslöser für Leberschäden mit Fibrosierungsvorgängen sind Alkohol (siehe alkoholischer Leberschaden, Chemikalien, Extrakte aus grünem Tee. 1)Eur J Clin Pharmacol. 2009 Apr;65(4):331-41 2)Liver Transpl. 2007 Jul;13(7):1067 3)Eur J Gastroenterol Hepatol. 2005 Oct;17(10):1135-7 Auch Medikamente können schwere Leberschäden verursachen (z. B. Leberzirrhose durch Methotrexat, granulomatöse Hepatitis durch Allopurinol).

Die vermutete toxisch wirkende Substanz sollte zu diagnostischen Zwecken eine Zeit lang vollständig gemieden und dann die Leberwerte kontrolliert werden. Unter Umständen ist es erforderlich alle Medikamente für einige Tage auszusetzen, um ihren Einfluss auf die Leberwerte feststellen zu können. Dies sollte nur unter ärztlicher Aufsicht (u. U. in der Klinik) erfolgen. Eine Reexposition beweist den Zusammenhang.

Wenn das verantwortliche Toxin erkannt und ausgeschaltet werden kann, kann sich die Leber – je nach Stadium der Schädigung – mehr oder weniger erholen.

Weitere Informationen

Weiteres zum toxischen Leberschaden siehe unter

Weitere Verweise

Literatur

  1. ? Eur J Clin Pharmacol. 2009 Apr;65(4):331-41
  2. ? Liver Transpl. 2007 Jul;13(7):1067
  3. ? Eur J Gastroenterol Hepatol. 2005 Oct;17(10):1135-7

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).


 


Literatur   [ + ]

1. Eur J Clin Pharmacol. 2009 Apr;65(4):331-41
2. Liver Transpl. 2007 Jul;13(7):1067
3. Eur J Gastroenterol Hepatol. 2005 Oct;17(10):1135-7