Obstruktive Defäkationsstörung

Obstruktive Defäkationsstörung bedeutet Schwierigkeit, trotz Pressens den Stuhl loszuwerden. Sie ist eine Ursache der proktogenen Obstipation. Beim Pressen kommt es paradoxerweise zu einer Behinderung der Stuhlentleerung (Defäkation). Abzugrenzen ist eine Störung der Defäkation durch Schmerzen am Darmausgang.

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Entstehung

Ursächlich liegt der obstruktiven Defäkationsstörung eine Lockerung des Bindegewebes und Senkung der untersten Darmanteile, insbesondere des Mastdarms, vor. Der Winkels, in dem der Druck beim Pressen auf den Darmausgang wirkt, ist ungünstig verändert. Es besteht ein Zuviel an Rektumwandung mit Ausbildung einer vorderen Rektozele. Durch das willkürliche Pressen zum Stuhlgang wird Schleimhaut des unteren Rektums gegen die innere Öffnung des Analkanals gepresst. Dort kann sich ein Druckgeschwür bildet (Ulcus recti simplex).

Einriss der Haut in Darmausgang (Analfissur), bedingt durch harten Stuhlgang. Die auftretenden Schmerzen bei der Defäkation haben zur Verstärkung der Stuhlentleerung geführt.

Eine Defäkationsstörung kann bei Schmerzen am Darmausgang eintreten. In diesem Fall öffnet sich der Sphinkter nicht vollständig oder bleibt spastisch völlig geschlossen.

Symptomatik

An eine obstruktive Defäkationsstörung muss gedacht werden,

  • wenn beim Pressen zum Stuhlgang keine Stuhlentleerung zustande kommt (lange Toilettenzeiten!),
  • wenn durch Druck mit dem Finger von der Scheide her nachgeholfen wird, wenn der Damm gesenkt ist (DPS: Descending Perineum Syndrom),
  • beim Gefühl einer unvollständigen Entleerung nach Abgang von Stuhl,
  • bei häufigen Entleerungen kleiner Stuhlmengen am Tag,
  • bei Notwendigkeit einer digitalen Ausräumung des Rektums,
  • wenn zudem eine Stuhlinkontinenz vorliegt.

Diagnostik

Beweisend ist das Ergebnis einer Defäkographie, bei der eine Intussuszeption und eine Rektozele nachweisbar ist, sowie der Nachweis der Einstellung eines falschen Winkel des Enddarms unter der Stuhlentleerung.

Therapie

Eine moderne und elegante Methode zur Behebung des Überschusses an rektaler Darmwand ist die STARR-Operation. Sie verdrängt häufig die herkömmlichen Operationsmethoden. Wichtig für den langfristigen Therapieerfolg ist anschließend die Sorge für einen geschmeidigen voluminös-geformten Stuhl.

Verweise

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).