Hepatopathie bei total parenteraler Ernährung

Bei der total parenteralen Ernährung werden dem Körper alle notwendigen Nährstoffe vollständig über eine Vene zugeführt. Diese Art der Ernährung wird bei Patienten, die nicht essen und Trinken können, z. B. bei Besusstlosigkeit, verwendet. Gelegentlich kommt es dabei zu einem Anstieg der Leberwerte. Von Bedeutung sind wahrscheinlich ein Mangel an gastrointestinalen Hormonen (Gastrin, Cholezystokinin, Sekretin) und eine bakterielle Überwucherung des Dünndarms mit vermehrter Endotoxinbildung. Die Hepatopathie wird vermutlich durch Endotoxine verursacht.


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Klinik

Oft Beginn mit Erhöhung der Transaminasen (bei 90% nach 1-3 Wochen), dann Einlagerung von Fett (Steatosis hepatis) und Entwicklung einer laborchemisch nachweisbaren Cholestase (Erhöhung von alkalischer Phosphatase und Gamma-GT); Bildung von biliärem Schlamm (Sludge) in der Gallenblase bei Wandatonie.

Diagnostik

Sonographie

Nachweis von biliärem Schlamm (Sludge) in einer großen atonen Gallenblase

Histologie

In der Histologie findet man eine Fetteinlagerung in die Hepatozyten (Leberverfettung), eine Triaditis (Entzündung in den Portalfeldern) und die Entwicklung einer Fibrose (Narbenbildung im Lebergewebe).

Therapie und Prophylaxe

Bisher keine gesicherte Therapie oder Prophylaxe. Versuchsweise UDCA (oft guter Effekt auf die Transaminasen) oder S-Adenosyl-Methionin (SAMe, soll zur Verbesserung der Lipidzusammensetzung der Leberzellmembranen und damit der Transportfunktionen führen und somit die Cholestase verringern). Propagiert wird auch die Darmentkeimung zur Verringerung der Endotoxinbelastung.

Verweis

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).