Dressler Syndrom

Das Dressler-Syndrom (Postinfarktsyndrom) ist eine entzündliche Spätreaktion des Herzens und des Perikards (Herzbeutel) etwa 2-3 Wochen bis wenige Monate nach einem Herzinfarkt mit Ausbildung eines Perikardergusses. Es ist wahrscheinlich immunologisch bedingt. Eine ganz entsprechende Reaktion kommt gelegentlich nach einer Herzoperation oder Schrittmacherimplantation als „Postkardiotomiesyndrom“ zustande. Die Inzidenz soll bis zu 5% betragen.

Das Dressler Syndrom ist durch frühzeitige Anwendung von Thrombolyse und Koronarangioplastie (Ballonerweiterung von Koronararterien und Stentimplantation), durch die die Ausdehnung von Infarktarealen verkleinert wird, seltener geworden. 1) Chest. 2004 Nov;126(5):1680-2


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Symptome

Einige Wochen nach einem Herzinfarkt oder einem operativen oder interventionellen Eingriff am Herzen kommt es zu den Symptomen: Müdigkeit, Fieber, Schmerzen in der linken Schulter, Wadenschmerzen, Symptome einer linksseitigen Pleuritis (Rippenfellentzündung). Sie können auf ein Dressler Syndrom hinweisen. 2)J Am Board Fam Pract. 2004 May-Jun;17(3):230-2

Diagnostik

Die Diagnose stützt sich auf

Therapie

Das meist vorherrschende Fieber und eine oft vorliegende Leukozytose lassen zunächst an eine bakterielle Infektion denken, so dass oft Antibiotika als die erste Therapiewahl erscheinen. Typischerweise reagieren Befinden und Befunde darauf nicht.

Eine Behandlung mit ASS oder einem nicht-steroidalen Antiphlogistikum ist dagegen oft erfolgreich. In resistenten Fällen führt die Behandlung mit einem Glukokortikoid (z. B. Prednisolon) ((J Am Board Fam Pract. 2004 May-Jun;17(3):230-2)) meist zur raschen Besserung.

Bei schwerem Verlauf und drohender Herzbeuteltamponade ist eine interventionelle Entlastung durch Perikardpunktion erforderlich.

Verweise

 


Autor der Seite ist Dr. Konrad Buscher (siehe Impressum).


 


Literatur

1 Chest. 2004 Nov;126(5):1680-2
2 J Am Board Fam Pract. 2004 May-Jun;17(3):230-2