Dressler Syndrom

Das Dressler Syndrom (Postinfarktsyndrom) ist eine vermutliche immunologisch bedingte entzündliche Spätreaktion des Herzens und des Perikards etwa 2-3 Wochen bis wenige Monate nach einem Herzinfarkt mit Ausbildung eines Perikardergusses. Eine ganz entsprechende Reaktion kommt gelegentlich nach einer Herzoperation oder Schrittmacherimplantation als „Postkardiotomiesyndrom“ zustande. Die Inzidenz soll bis zu 5% betragen.

Das Dressler Syndrom ist durch frühzeitige Anwendung von Thrombolyse und Koronarangioplastie (Ballonerweiterung von Koronararterien und Stentimplantation), durch die die Ausdehnung von Infarktarealen verkleinert werden, seltener geworden [1].


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Symptome

Einige Wochen nach Herzinfarkt oder einem operativen oder interventionellen Eingriff am Herzen kommt es zu den Symptomen, die auf ein Dressler Syndrom hinweisen können: Müdigkeit, Fieber, Schmerzen in der linken Schulter, Wadenschmerzen, Symptome einer linksseitigen Pleuritis (Rippenfellentzündung) [2].

Diagnostik

Die Diagnose stützt sich auf

Therapie

Das meist vorherrschende Fieber und eine oft vorliegende Leukozytose lassen zunächst an eine bakterielle Infektion denken, so dass oft Antibiotika als die erste Therapiewahl erscheinen. Typischerweise reagieren Befinden und Befunde darauf nicht.

Eine Behandlung mit ASS oder einem nicht-steroidalen Antiphlogistika ist dagegen oft erfolgreich. In reststenten Fällen führt eine Behandlung mit einem Glukokortikoid (z. B. 2×20 mg Prednisolon [3] meist zur raschen Besserung.

Bei schwerem Verlauf und drohender Herzbeuteltamponade ist eine interventionelle Entlastung durch Perikardpunktion erforderlich.

Verweise

Literatur

  1. ? Chest. 2004 Nov;126(5):1680-2
  2. ? J Am Board Fam Pract. 2004 May-Jun;17(3):230-2
  3. ? J Am Board Fam Pract. 2004 May-Jun;17(3):230-2)