Darmkrämpfe

Als Darmkrämpfe werden krampfartige Bauchschmerzen bezeichnet, die von einer Verkrampfung der Darmmuskultatur ausgeht. Vom Darm als Ursache von Bauchkrämpfen kann man klinisch ausgehen, wenn sie nicht in der Magengegend und nicht in der Gegend der Gallenblase liegen und mit Darmrumoren oder stark geblähten Darmschlingen einhergehen. Heftige Darmkrämpfe werden als Darmkolik bezeichnet.


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Ursachen

Folgende Ursachen können Darmkrämpfen zugrunde liegen:

  • eine akute infektiöse Diarrhö z. B. bei einer Darmentzündung (Enteritis) oder Entzündung von Magen und Darm (Gastroenteritis). Dabei kommt es meist bei bisher normalem Stuhlgang nach einer kurzen Vorphase von Rumoren im Bauch mit mehr oder weniger krampfartigen Bauchschmerzen zu einer explosionsartigen Entleerung. Wenn also Darmkrämpfe in einem Zusammenhang mit plötzlichem Durchfall stehen, weisen sie auf eine infektiöse Ursache und nicht auf eine Darmverengung (Darmstenose) hin.
  • eine Verengung des Darms, gegen die die Darmmuskulatur anarbeiten muss (Darmstenose). Dabei kommt es typischerweise nicht zu einer entlastenden Diarrhö wie bei einer infektiösen Ursache. Wenn eine Darmverengung vorliegt, stehen die Schmerzen häufig mit der Nahrungsaufnahme in einem zeitlichen Zusammenhang.
    • Ist die Darmstenose im unteren Dünndarm gelegen, wie es bei einem Morbus Crohn gelegentlich vorkommt, so kommen die Darmkrämpfe oft schon 15-30 Minuten nach der Nahrungsaufnahme zustande. Die Betroffenen verringern wegen der erwartbaren Schmerzen oft die Nahrungsaufnahme, so dass sie an Gewicht abnehmen. Die Verengung ist in diesem Fall meist entzündliche bedingt. Da eine Gewichtsabnahme auch an Krebs denken lassen kann, wird oft eine Tumorsuche durchgeführt.
    • Ist die Verengung im Dickdarm lokalisiert, was sehr viel häufiger der Fall ist, so ist ein Tumor (Krebs) als Ursache sehr viel häufiger.
    • Ist die Ursache außerhalb des Darms lokalisiert, so kommen verschiedene Möglichkeiten in Betracht. Ein Tumor beispielsweise kann von außen auf den Darm drücken und ihn so einengen. Eine weitere mögliche Ursache sind Verwachsungen (Briden). Sie sind oft schwer zu diagnostizieren, manchmal erst durch eine Bauchspiegelung.
  • Abknickungen im Kolon zusammen mit Meteorismus. In diesem Fall bilden sich sog. „gefangene Winde“, die sich vor einer Abknickung des Darms stauen. Sie stehen meist in einem zeitlichen Zusammenhang zu den Mahlzeiten und hängen zudem davon ab, ob man Blähendes gegessen hat. Gelegentlich ist auch ein Zusammenhang mit Hülsenfrüchten oder sonstigen blähenden Speisen offensichtlich. Manchmal (nicht immer) werden die Beschwerden nach Ablassen von Winden und nach Stuhlgang besser. Gefangene Winde (Meteorismus) als Ursache von Darmkrämpfen sind mit einem erheblichen Leidensdruck, jedoch nicht mit einer Gewichtsabnahme oder einer bedeutenden prinzipiellen Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit oder einem Krankheitsgefühl verbunden. Es ist in solchen Fällen an ein Reizdarmsyndrom zu denken, bei dem bereits eine leichte Überblähung des Darms wegen der oft begleitenden Senkung der Schmerzschwelle zu Pieken, Kneifen oder Krämpfen führen kann (siehe hier).

Diagnostik

Durch die Anamnese (Durchfälle? Abhängigkeit von Malzeiten? Blähungen? Gewichtsabnahme?, bekannte Darmkrankheit?) sind bereits häufig eine funktionelle und eine organische Ursache unterscheidbar.

Eine infektiöse Ursache von Darmkrämpfen liegt bei entsprechender Symptomkombination (s.o.) rasch auf der Hand.

Eine Verengung des Darmlumens durch einen organischen stenosierenden Prozess (Tumor oder Entzündung) ist erkennbar durch:

  • Darmsonographie: als Übersichtsuntersuchung auf eine Darmstenose (z. B. bei stenosierender Divertikulitis oder einem Morbus Crohn wertvoll, rasch durchführbar, große Erfahrung des Untersuchers erforderlich,
  • Computertomographie des Abdomens: wird meist verwendet als Übersichtsuntersuchung auf einen obstruierenden tumorösen Prozess,
    • CT-Kolonographie (Pneumokolon-CT): Untersuchung speziell des Kolons, Darstellung auch als virtuelle Koloskopie möglich; keine Möglichkeit der Entnahme einer Gewebsprobe; sie wird meist verwendet, wenn eine Koloskopie nicht möglich oder erfolgreich war,
  • Endoskopie (ÖGD: Untersuchung bis zum unteren Duodenalknie möglich, Ileokoloskopie: Nachweis von Stenosen im Kolon und terminalen Ileum, Enteroskopie: fast vollständige Untersuchung des Dünndarms über orthograde oder retrograden Vorschub möglich),
  • MR-Sellink: Darstellung des gesamten Dünndarms inklusive der Wanddicke und von Beziehungen zu Nachbarorganen, aber keine Gewinnung von Gewebeproben möglich. Diese Untersuchung wird zur Suche nach einer Stenose im Jejunum oder Ileum verwendet.

Ein Reizdarmsyndrom als Ursache von Darmkrämpfen lässt sich bereits durch eine gute Anamnese wahrscheinlich machen. Die Sicherung dieser Diagnose bedarf aber oft eines sehr diffizilen Ausschlusses anderer Differenzialdiagnosen. Dazu siehe hier.

Therapie

 


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Verweise

Patienteninfos