Blutdruckabfall

Ein plötzlicher Blutdruckabfall (oft abgekürzt: RR-Abfall) ist immer ein bedrohliches Zeichen. Er weist darauf hin, dass sich das Verhältnis zwischen Blutvolumen und dem zur Verfügung stehenden Gefäßbett zugunsten des Gefäßbetts verändert. Entweder liegt eine Verminderung des Blutvolumens (z. B. durch Blutverlust), eine Erweiterung des Blutstrombetts (z. B. duch Hitze, toxische Bakterienstoffe oder Medikamente) oder beides vor.

Unterscheidung verschiedener Formen

Ein Blutdruckabfall führt gegenregulatorisch zu einem Anstieg der Herzfrequenz (Tachykardie), kann dann aber rasch zu einer Hypotonie und einem Schock führen.

  • Bei einem starken Blutverlust kommt es zu einer peripheren Gefäßverengung, um das Gefäßvolumen dem Blutvolumen wieder anzupassen. Entsprechende findet man bei einem Volumenmangel eine blasse Haut und wegen der Sympathikusaktivierung auch Schweißausbruch.
  • Bei einer dekompensierten Herzinsuffizienz kommt es zu einem Pumpversagen der linken Herzkammer und dadurch zu einer mangelhaften Füllung des arteriellen Blutgefäßsystems. Hier versucht der Körper durch Hochregulierung von Gegenmaßnahmen (Sympathikusaktivierung, Anregung des RAAS) den Blutdruckabfall aufzufangen. Allerdings treffen die Gegenmaßnahmen auf ein zu schwaches Herz, das die “Peitsche” der Gegenregulation nicht aushalten kann. In diesem Fall muss das Herz durch Beta-Blocker und RAAS-Hemmung geschützt werden. (Dazu siehe hier.)
  • Blutdruckabfall bei Gefäßerweiterungen, z. B. beim septischen oder allergischen / anaphylaktischen Schock oder unter der Wirkung gefäßerweiternder Medikamente (z. B. Nitrate, Molsidomin): Hierbei kommt es durch die Gefäßerweiterung zu trockener, warmer, geröteter und nicht blasser Haut.
  • Zum Blutdruckabfall bei anderen Schockformen siehe hier.

Ursachen

Differenzialdiagnosen eines Blutdruckabfalls können sein:

Behandlung

Die Behandlung eines Blutdruckabfallsrichtet sich nach der Ursache.

Bei Volumenmangel muss Volumen ersetzt werden, oral oder u. U. auch durch Infusion oder Transfusion von Blut.

Bei einer Herzinsuffizienz kommen Maßnahmen einer Herzschonung und -kräftigung in Betracht, so durch Beta-Blocker, Beeinflussung des RAAS (z. B. durch ACE-Hemmer), Sauerstoffgabe, unblutigen Aderlass etc. Siehe hier.

Zur Behandlung des allergischen, anaphylaktischen  und des bakteriell bedingten (septischen) Schocks siehe hier.


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Verweise

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).