Atypische Pneumonie

Die atypische Pneumonie ist eine Lungenentzündung ohne diagnoseweisenden klinischen Untersuchungsbefund (auskultatorisch und perkutorisch) und meist ohne Leukozytose. Sie wird von der herkömmlichen Pneumonie abgegrenzt, da sie einen anderen klinischen Untersuchungsbefund als auch ein anderes Erregerspektrum bietet.


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Erreger

Folgende Erreger kommen in Betracht :

  • Mykoplasmen (Mycoplasma pneumoniae)
  • Viren (z.B. Grippeviren, Coronaviren)
  • Chlamydien (Chlamydia pneumoniae: Ornithose)
  • Legionellen
  • Rickettsien
  • Pneumocystis carinii (meist bei HIV-Infektion)

 

Klinik und Symptomatik

Eine atypische Pneumonie ist gekennzeichnet

  • klinisch durch unproduktiven Husten, subfebrile oder nur leichte Temperaturen und einen fehlenden Auskultationsbefund,
  • röntgenologisch durch eine häufig weiche milchglasartige Verschattung der Lunge ohne unbedingte Lappenzugehörigkeit und

Diagnostik

Bei hohem, sonst ungeklärtem Fieber wird in der Regel eine Röntgenaufnahme des Thorax angefertigt. Sie zeigt meist eine typische nicht lappenbegrenzte milchglasartige Verschattung. Serologische Untersuchungen, PCR auf Viren.

Besondere Formen

Legionellose

Erreger Legionella pneumophila, Übertragung durch Aerosole (Duschen, Wasserleitungen, Zerstäuber). Inkubation 2-10 Tage.

Symptomatik: Schüttelfrost und hohes Fieber, trockener Husten, manchmal zentralnervöse Beteiligung mit Somnolenz und Lethargie, komplizierend oft Diarrhö, Exsikkose und Nierenbeteiligung. Diagnostik durch Erregernachweis aus Sputum oder bronchoalveolärer Lavage durch IFT oder RIA, Anstieg des Antikörpertiters.

Therapie z.B. mit Makroliden oder Ciprofloxacin.

Ornithose (Psittakose)

Erreger Chlamydia psittaci, Übertragung aerogen durch Vögel, auch von Mensch zu Mensch; Inkubation1-2 Wochen; hohes Fieber und trockener Husten, oft Splenomegalie; Diagnosestellung nach anamnestischem Hinweis auf Vogelhaltung, durch Röntgenbild der Lunge und Erregernachweis (IFT) aus Sputum, Lavage oder Blut sowie durch serologischen Titeranstieg.

Q-Fieber

Erreger Coxiella burnetti, Erregerreservoir Nagetiere, von dort Übertragung auf Schafe, Ziegen, Rinder, von dort über Staub, Aerosole und frische unpasteurisierte Milch auf den Menschen. Infektionen daher meist in ländlichen Gebieten.

Die Symptomatik ist oft nur geringfügig. Manchmal treten Fieber, trockener Husten, Gliederschmerzen, seltener eine Enzephalitis (Entzündung des Gehirns) und eine Myokarditis (Entzündung der Herzmuskulatur) auf. Die Sicherung der Diagnose erfolgt durch eine Röntgenuntersuchung der Lungen und durch Titeranstieg in der Serologie.

Therapie: meist wirken Tetrazykline, Makrolide.

SARS

SARS ist eine virusbedingte äußerst schwer verlaufende beidseitige Lungenentzündung. Mehr zur Erscheinungsform, Diagnostik und Therapie siehe hier.

MERS

MERS ist eine vom mittleren Osten ausgehende schwere Virusinfektion der unteren Atemwege mit hoher Letalität (siehe hier).

Verweise

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).