Appendizitis

Appendizitis bedeutet Entzündung des Appendix vermiformis (Wurmfortsatz, ugs. Blinddarm); sie ist eine häufige Ursache eines akuten Abdomens. 1)Zur klinischen Diagnostik: Scand J Surg. 2005; 94(3): 201-6 2)Übersicht aus chirurgischer Sicht: Curr Probl Surg. 2005; 42(10): 688-742

Ätiopathogenese

Ursache ist meist eine Verlegung des Appendixlumens (z. B. Kotstein oder Hyperplasie des submukösen lymphatischen Gewebes). Es entwickelt sich eine eitrige Entzündung im von der natürlichen Drainage abgeschnittenen Abschnitts.

Symptomatik

Oft beginnen die Schmerzen primär im Bereich des Nabels und verlagern sich anschließend in den rechten Unterbauch, begleitet mit Übelkeit, Brechreiz und manchmal Erbrechen. Fieber kann zustande kommen, ist aber bei der “Altersappendizitis” eher selten. Zeichen peritonitischer Reizung. Druck- und Loslass-Schmerz über der Appendix (McBurney-Zeichen). Schmerzangabe bei Dehnung durch Ausstreichen des Kolons in Richtung Caecum. Bei perifokaler Entzündung und Reizung der darunter liegenden Muskulatur Schmerzauslösung durch Anspannung (Heben des rechten Beins gegen Widerstand, Psoasdehnungsschmerz).

Eine schwelende Appendizitis kann zu intermittierenden Beschwerden im rechten Unterbauch führen. Gelegentlich verursacht sie Fernwirkungen, wie Herzrhythmusstörungen, rheumatische Beschwerden, eine übermäßige Abgeschlagenheit oder eine ungeklärte Thrombozytose. Die Diagnose wird dann meist im Rahmen einer allgemeinen Fokussuche gestellt.

Diagnostik

Anamnese

plötzlich aufgetretene Schmerzen, oft periumbilikal beginnend und in der rechten unteren Quadranten ziehend, zusammen mit Übelkeit und ggf. Erbrechen.

Klinik

bei lokaler Peritonitis Abwehrspannung im rechten Unter-Mittelbauch bis hin zur Schmerzhaftigkeit schon beim leichten Beklopfen mit dem Finger. Bei Phlegmonen- oder Abszessbildung Bildung einer palpablen Resistenz. Temperaturerhöhung (nicht immer vorhanden, im Alter selten). Schmerzen bei der rektalen Austastung im rechten Unterbauch.

Sonographie

Eine Verdickung des Appendix und Abszesse sind oft gut erkennbar (manchmal jedoch Behinderung durch Darmgasüberlagerung). Wichtige Untersuchung!

Röntgen Abdomen: lokale Ileus-Zeichen mit Dünndarmspiegel.

Labor

Leukozytose (nicht immer vorhanden), CRP erhöht.

Weitere Untersuchungen

Atypische Verläufe können u. U. weitergehende Diagnostik (z. B. CT) erfordern.

Gynäkologische Ursachen, wie eine Adnexitis, sollten ausgeschlossen werden (Konsil, ggf. endovaginaler Ultraschall u. a.)

Die Diagnostik wird umso akkurater, je weiter die Appendizitis fortgeschritten ist; dann allerdings ist auch die Komplikationsgefahr größer.

Komplikationen

Gedeckte oder freie Perforation mit Peritonitis und ggf. Sepsis.

Entwicklung eines Abszesses um die Appendix (perityphlitischer Abszess).

Therapie

Appendektomie (offen oder laparoskopisch). Bei Abszessbildung ggf. zunächst Antibiose und lokale Drainage und anschließend elektive Appendektomie.

Differentialdiagnosen


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Verweise


Literatur   [ + ]

1. Zur klinischen Diagnostik: Scand J Surg. 2005; 94(3): 201-6
2. Übersicht aus chirurgischer Sicht: Curr Probl Surg. 2005; 42(10): 688-742