Yersiniose

Die Yersiniose ist eine Durchfallerkrankung mit Beteiligung des unteren Intestinaltrakts und multiplen extraintestinalen Manifestationen. Sie ist hervorgerufen durch das Bakterium Yersinia enterocolitica. Die Erkrankung verläuft meist prolongiert, ist aber meist selbstlimitierend. Gelegentlich werden Antibiotika erforderlich.

Infektionsquellen

Yersinia enterocolitica ist ein Gram-negativer Keim, der über kontaminierte Nahrungsmittel wie Milch, Fleisch oder Gemüse und Wasser aufgenommen wird. Die Hauptquelle scheint rohes Schweinehack (Hackepeter) zu sein [1]. Es muss eine relativ große Inokulationsdosis aufgenommen werden, damit es zu einer Infektion kommt.

Pathogenese

Die Keime werden im terminalen Ileum aufgenommen und gelangen in die Peyerschen Plaques, wo sie sich vermehren. Von dort breiten sie sich in mesenteriale Lymphknoten aus, die anschwellen. Das Yersinien-Enterotoxin ist ähnlich dem E.coli-Enterotoxin und ist für die Diarrhö verantwortlich. Bei der Entwicklung einer reaktiven Arthritis und eines Erythema nodosum spielen immunologische Mechanismen eine Rolle.

Klinik

Die Hauptmanifestation ist eine Diarrhö durch eine Kolitis, Enterokolitis oder terminalen Ileitis. Sie kann 1-2 Wochen, aber auch mehrere Monate dauern. Eine rechtsseitige Unterbauchsymptomatik kann eine Appendizitis vortäuschen (Pseudoappendizitis). Im Sonogramm können große Lymphknoten im Abdomen zur Differentialdiagnose maligner Erkrankungen führen. Das endoskopische Bild kann an eine Colitis ulcerosa oder einen Morbus Crohn denken lassen. Es können eine reaktive Arthritis und ein Erythema nodosum hinzukommen. Eine Yersinien-induzierte Herzmuskelentzündung (Karditis) macht sich durch Rhythmusstörungen und vorübergehende unspezifische EKG-Veränderungen bemerkbar. Weitere seltene Begleitmanifestationen betreffen eine Urethritis, Konjunktivitits oder Uveitis (Reiter Syndrom) und eine Glomerulonephritis.

Diagnostik

Stuhlkultur auf Spezialagar. ELISA-Test.

Therapie

Da die Erkrankung in der Regel selbstlimitierend verläuft, braucht kein Antibiotikum verabreicht zu werden. Antibiotika (Ciprofloxacin, Aminoglykoside oder 3.Generations-Cephalosporine) können aber sinnvoll sein bei immungeschwächten und älteren Menschen und bei schwerem Verlauf.

Meldepflicht

Der Nachweis einer Infektion mit Yersinia enterocolitica ist meldepflichtig.

Verweise

Literatur

  1. ? rki, Epidemiologisches Bulletin 6/2012