Aortendissektion

Unter einer Aortendissektion versteht man die Aufspaltung der Media der Aortenwand durch Blutung, so dass zwei Lumen entstehen.

Pathogenese

Einriß der Intima (seltener wohl Blutung aus den Vasa vasorum) und Abhebung des inneren Blatts durch Vorwühlen des Bluts. Am häufigsten findet sich der Einriß in der Aorta ascendens, seltener in der Aorta descendens. Die Dissektion kann in Richtung Aortenklappe einerseits und descendierender Aorta bis zur Bifurkation und darüber hinaus verlaufen. Die Ausdehnung bestimmt die Symptomatik mit (s. u.). Prädisponierend ist ein Marfan Syndrom; bei ihm degeneriert die Media, so dass bei überlebter Dissektion (nach Operation) Rezidive zu gewärtigen sind. Bei eine Aortensklerose (z. B. bei langjähriger Hypertonie) kann es durch Sklerose der Vasa vasorum zu einer Ernährungsstörung der Media kommen, die dann auch für eine Dissektion anfällig wird.

Einteilung

Typ 1: Aorta ascendens mit Ausbreitung bis zur / über die Bifurkation hinaus
Typ 2: Aorta ascendens ohne Beteiligung der Aorta descendens
Typ 3: Aorta descendens ohne Beteiligung der Aorta ascendens

Symptomatik

Plötzlich auftretende heftige bis heftigste thorakale Schmerzen mit Ausstrahlung in der Rücken und manchmal auch in die Arme ggf. auch in die Beine ohne andere erkennbare Ursache sollten an eine Ruptur und Dissektion der Aorta denken lassen. Auslöser kann eine Blutdrucksteigerung sein (z. B. bei psychischer oder körperlicher Belastung). Plötzliche Aorteninsuffizienz möglich, bei Verlegung des Abgangs einer Kranzarterie (häufig rechte Koronararterie) Bild eines Herzinfarkts. Bei Einblutung in des Herzbeutel Symptomatik einer Herzbeuteltamponade. Bei Einbeziehung der Abgänge der Mesenterialarterie Bild eines akuten Abdomens mit Ileus. Bei Einbeziehung des Abgangs der Nierenarterien Abnahme der Urinmenge (und Anstieg der Nierenwerte im Blut: Niereninsuffizienz)

Differentialdiagnosen

Gedacht werden sollte beispielsweise an

  • einen Herzinfarkt,
  • eine Lungenembolie mit Pleuritis,
  • eine Wirbelsäurenerkrankung mit Wirbelfraktur (Osteoporose, Tumor),
  • eine Mediastinitis,
  • einen Ösophaguseinriß (Boerhave Syndrom)

Therapie

Sofortige Operation; insgesamt hängt die Prognose von der Geschwindigkeit der Diagnosestellung und der operativen Behandlung entscheidend ab.