Adalimumab

Adalimumab (z. B. Humira®) ist ein humaner monoklonaler Antikörper gegen TNF-alpha; er wird bei chronisch entzündlichen Erkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis oder dem Morbus Crohn eingesetzt. (Vergleiche Infliximab: ein polyklonaler Anti-TNF-alpha-Antikörper).


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Das Wichtigste

Kurzgefasst
Adalimumab ist ein Medikament, welches – ähnlich wie Infliximab – die Behandlungsmöglichkeiten schwerer chronisch entzündlicher Erkrankungen, wie einer chronisch entzündlichen Darmkrankheit und einer rheumatoiden Arthritis, entscheidend erweitert. Adalimumab wirkt als künstlicher Antikörper gegen einen zentralen Entzündungsvermittler im Körper. Es erhöht das Risiko einer Infektion, speziell einer Tuberkulose. Gelegentlich kann es eine Überempfindlichkeitsreaktion auslösen.

 Indikationen

Chronische Entzündungsprozesse, die durch einen hohen Spiegel an Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-alpha) unterhalten werden. Dazu gehören

  • rheumatoide Arthritis,
  • Uveitis (Augenentzündung)
    • im Rahmen einer juvenilen idiopathischen Arthritis 1) 2011;5:1425-9. doi: 10.2147/OPTH.S23646. und
    • eine nicht-infektiösen Uveitis 2) 2018 Jul 4;12:2005-2016. doi: 10.2147/DDDT.S160431.
  • Psoriasis 3) 2018 Jul 4;12:2005-2016. doi: 10.2147/DDDT.S160431. und Psorias-Arthritis,
  • Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans) und
  • chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie der Morbus Crohn, Therapie und Aufrechterhaltung einer Remission 4) 2019 Feb 8. doi: 10.1093/ibd/izz008.

Komplikationen und Nebenwirkungen

Es kann unter der immunsuppressiven Wirkung von Adalimumab zu einer Reihe von adversen Reaktionen und Komplikationen kommen. Dazu gehören:

  • Exacerbation von Infektionserkrankungen, so z. B. einer Tuberkulose oder von opportunistischen Infektionen (sie sollten vor Therapiebeginn ausgeschlossen sein),
  • allergisch-hypererge Reaktionen,
  • möglicherweise eine Erhöhung des Risikos für eine Lymphomerkrankung.
  • Eine Impfung mit Lebendimpfstoffen gilt als kontraindiziert.

Vorbedingungen

Vorbedingungen für die Anwendung von Anti-TNF-alpha-Antikörpern ist der weitestmöglich Ausschluss einer verborgenen Infektion mit einem Erreger, der exacerbieren und zu einer schweren aperten Infektion kann. Dazu gehören Tuberkulose (Intracutantest), Hepatitis B (HBSAg, ggf. HBV-DNA), bei Immungeschwächten auch opportunistische Infektionen mit Pneumocystis carinii, Listeriose, disseminierte Histoplasmose und Aspergillose. Unter Anti-TNF-alpha ist der Patient hinsichtlich einer Exacerbation einer solchen Infektion zu überwachen.

Cave: unter Immunsuppression keine Impfungen mit Lebendimpfstoffen!

Vorsichtsmaßnahmen

Die Vorbedingungen für eine Therapie und die Überwachungsmaßnahmen sind prinzipiell dieselben, wie für Infliximab beschrieben. Cave: opportunistische Infektionen, Tuberkulose!

Verweise

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).


 


Literatur   [ + ]

1. 2011;5:1425-9. doi: 10.2147/OPTH.S23646.
2, 3. 2018 Jul 4;12:2005-2016. doi: 10.2147/DDDT.S160431.
4. 2019 Feb 8. doi: 10.1093/ibd/izz008.