Unterernährung

Unterernährung ist eine unzureichende Ernährung (Mangelernährung), die zu einer einer katabolen (abbauenden) Stoffwechsellage und zur Gewichtsabnahme führt. Auch Übergewichtige können in eine Phase der Unterernährung kommen. Bei Über- und Normalgewichtigen ist eine Gewichtsabnahme von > 10% innerhalb von 3 Monaten ein Indiz für eine Unterernährung. Bei Untergewichtigen ist eine anhaltende Unterernährung für mangelnde Gewichtszunahme verantwortlich; das Gewicht beharrt auf zu niedrigem Niveau (BMI < 18 kg/qm) oder nimmt weiter ab.


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Pathophysiologie

Der Mangel an Nahrungsbestandteilen kann global die gesamte Nahrung oder nur Teile umfassen, beispielsweise den Mangel an Eiweißen mit der Nahrung. In jedem Fall bewirkt der Mangel an Nahrungsbestandteilen eine Umstellung des Stoffwechsels so, dass Körpersubstanz zur Energiegewinnung mobilisiert wird. Die physiologischen Energiespeicher (zunächst Glykogen in der Leber und in der Muskulatur, dann Körperfett) werden unter Bedingungen der Mangelernährung rasch abgebaut. Glukose wird nun durch Glukoneogenese (Neubildung) aus Körpereiweiß (Muskelmasse) nachgebildet, damit die Versorgung des Gehirns, das sehr viel Energie benötigt und fast ausschließlich auf Glukose angewiesen ist, und eine gewisse Mobilität des Körpers (zur Nahrungssuche und -aufnahme) erhalten bleiben.

Ein Mangel an Kofaktoren für den Stoffwechsel (z. B. Vitamine, Spurenelemente) kann ebenfalls zu einer Mangelernährung mit der Folge eines Katabolismus führen. Meist tritt er im Rahmen einer allgemeinen Mangelernährung auf und verstärkt ihren negativen Effekt. Auch eine sehr einseitige Kost zu Mangel an Kofaktoren führen.

Ursachen

Für eine Unterernährung kommen viele verschiedene Ursachen in Frage:

Folgen

Die Folgen einer Unterernährung sind abhängig vom erreichten Untergewicht. Am ausgeprägtesten sind sie bei der Kachexie und beim Marasmus.

Therapie

je nach Ursache und Folgen (z. B. bei Leberzirrhose siehe unter Ernährung bei Lebererkrankungen, bei Sprue und chronischer Pankreatitis diätetische Maßnahmen und Substitution von Verdauungsenzymen). Bei gewollter Gewichtsabnahme müssen die Folgen einer Mangelernährung durch Mangel an Vitaminen und Spurenelementen und die Zunahme ausscheidungspflichtiger Substanzen, die zu Nierensteinen führen können, mit berücksichtigt werden (siehe Ernährung bei Adipositas)

Verweise

Patienteninfos

Was noch wichtig ist