Thrombophlebitis

Von Fachärzten verständlich geschrieben und wissenschaftlich überprüft

Thrombophlebitis bedeutet Entzündung einer durch ein Blutgerinnsel verschlossenen Vene. Je nach Lokalisation handelt es sich um eine Thrombophlebitis profunda, die tiefe Venen betrifft, oder eine Thrombophlebitis superficialis, die oberflächliche Venen betrifft. Am häufigsten sind die unteren Extremitäten betroffen.


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Thrombophlebitis profunda

Die Venenentzündung tief gelegener Venen tritt meist an den unteren Extremitäten auf. Sie macht sich zunächst nur durch Schmerzen in der Tiefe, dann auch durch eine Schwellung des betroffenen Beins bemerkbar. Die Diagnostik beinhaltet in der Regel eine Ultraschalluntersuchung mit Gefäßdoppler (Duplexsonographie), bei der eine thrombotisch verschlossene Vene und eine perifokale ödematöse Schwellung nachweisbar sind. An dieser Stelle lässt sich der Schmerz durch Druck mit dem Ultraschallkopf am stärksten auslösen.

Eine Venenentzündung kann sich in der direkten Nachbarschaft von entzündlichen Prozessen innerer Organe spezielle im Becken ausbreiten (pelvine Thrombophlebitis), so beispielsweise bei einer Entzündung gynäkologischer Organe (Adnexitis, Endometritis) oder einer Appendizitis. Eine pelvine Thrombophlebitis kann das Risiko einer Lungenembolie erhöhen.

Eine Sonderform ist die Entzündung der Nabelvene, die bei nicht steriler Abnabelung nach der Geburt oder nach Katheterisierung der Nabelvene zu schwerwiegenden Komplikationen führen kann. Durch die sich in die Tiefe fortsetzende Thrombose kann es zu einer Pfortaderthrombose mit kavernöser Transformation kommen.

Thrombophlebitis superficialis

Die Venenentzündung oberflächlicher Venen entwickelt sich meist auf dem Boden eines varikösen bzw. postthrombotischen Syndroms in einer erweiterten oberflächlichen Vene. Sie führt zu lokaler schmerzhafter Rötung und einer tastbaren strangförmigen Verhärtung und ist damit leicht zu diagnostizieren. Von einer oberflächlichen Venenentzündung geht keine erhöhte Gefahr einer Embolie aus, solange sie sich nicht über Verbindungsvenen auf eine große tiefe Beinvene ausbreitet.

Eine Entzündung oberflächlicher Venen kann ohne erkennbaren Anlass, speziell ohne postthrombotisches Syndrom entstehen und weist dann auf die Möglichkeit einer Paraneoplasie (Fernwirkung einer Krebserkrankung). Dies ist besonders dann der Fall, wenn die Venenentzündung „wandert“ oder „springt“ (Thrombophlebitis migrans oder – saltans, Trousseau-Syndrom) und zeitlich versetzt an verschiedenen Stellen auftritt. Dies sollte zu einer Tumorsuche veranlassen.

Therapie

Die Behandlung einer Venenentzündung besteht in einem Kompressionsverband bzw. angepassten Kompressionsstrümpfen und einer Antikoagulation mit einem Heparin. Bei Schmerzen können Antiphlogistika, die auch als lokal wirkende Salbe applizierbar sind, helfen. Eine Immobilisierung ist nicht angezeigt.

Verweise