Paradoxe Diarrhö

Als paradoxe Diarrhö wird durchfälliger Stuhl bezeichnet, der trotz einer Verengung (Stenose) im Enddarmbereich auftritt.Sie muss immer ursächlich abgeklärt werden.

Wenn im unteren Dickdarm und / oder Rektum ein Hindernis auftritt, der eine Stuhlpassage behindert, hilft sich der Darm zum Schutz vor einem Darmverschluss (Ileus) dadurch, dass er den sich stauenden Stuhl soweit verflüssigt, dass er an dem Hindernis vorbeikommen kann. Solch ein Hindernis kann ein stark lumenverengender Tumor (Dickdarmkarzinom) oder ein Pfopfen aus sehr hartem Stuhl (Skybala, Zeichen einer Kotstauung) sein, wie er bei Darmträgheit und Flüssigkeitsmangel auftreten können. Solche Bedingungen sind häufig bei alten, bettlägrigen und oft zudem exsikkierten Patienten zu finden. Das Hindernis kann im unteren S-Darm (Sigma, Colon sigmoideum) und im Enddarm (Rektum) gelegen sein.

Liegt ein Tumor vor, so finden sich häufig Blutspuren auf dem dünnen Stuhl (dazu siehe hier). Eine digitale Austastung (mit dem Untersuchungsfinger, siehe hier) lässt häufig bereits einen Tumor oder einen festen Stuhlballen als Ursache weitgehend differenzieren. Um einen Tumor definitiv erkennen oder ausschließen zu können, ist eine paradoxe Diarrhö immer auch endoskopisch abzuklären.

Zur Verstopfung durch eine Enddarmproblematik siehe hier.


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Verweise


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).