Leukopenie

Leukopenie (auch Leukozytopenie) bedeutet eine zu niedrige Zahl weißer Blutkörperchen (Leukozyten) im Blut. Wenn der Grenzwert von 4000 Leukozyten pro µl mehr oder weniger deutlich unterschritten wird, kann eine Abwehrschwäche des Immunsystems eintreten.


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Einteilung

  • Einteilung nach Zahl der Leukozyten: Die Leukopenie wird häufig in gering, mäßig und schwer eingeteilt.
  • Einteilung nach den betroffenen Zelltypen:
    • Eine Neutropenie bedeutet eine zu geringe Zahl neutrophiler Granulozyten im Blut (unter ca. 1500/µl).
      • Ursachen: Eine Neutropenie kann durch Medikamente ausgelöst werden oder im Rahmen von Erkrankungen des Knochenmarks, einer Tumorerkrankung oder durch toxische Substanzen (inkl. Alkohol) zustande kommen. Auch ein Folsäuremangel und ein Vitamin-B12-Mangel kann zu einer Neutropenie führen.
      • Folgen: Folge ist eine erhöhte Anfälligkeit für bakterielle oder mykotische Infektionen. Eine schwere Granulopenie unter 200/µl bedeutet, dass eine Abwehr durch eine Entzündungsreaktion nicht mehr enstehen kann.
    • Eine Lymphopenie (= Lymphozytopenie) bedeutet eine zu geringe Zahl von Lymphozyten im Blut (unter 1000/µl, normal 1000 – 4800/µl). Normalerweise machen die Lymphozyten 20-40% der weißen Blutkörperchen aus; sie bestehen bis zu 75% aus T-Zellen (davon 65% CD4-Helferzellen und 30-35% CD8-Suppressorzellen) und zu 25% aus B-Zellen, die zusammen mit den Plasmazellen für die Bildung von Antikörpern (Bluteiweiße, die Fremdmoleküle abfangen können) verantwortlich sind.
      • Ursachen: Häufige Ursachen einer Lymphopenie sind Mangelernährung, zytotoxische Medikamente (z. B. Chemotherapeutika), Autoimmunkrankheiten, Virusinfektionen, speziell eine HIV-Infektion, auch bakterielle Infektionen wie die Tuberkulose oder Typhus. Bei einer Sepsis kann es zur Lymphopenie kommen.
      • Folgen: Folge eine Lymphopenie können Infektionen, insbesondere mit opportunistischen Keimen, sein. Eine Diagnostik des zugrunde liegenden Immundefekts und seiner Auswirkungen ist indiziert: Erniedrigung der B-Zellen oder der T-Zellen?

Verweise

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).