Gelbsucht

Gelbsucht bedeutet Gelbverfärbung des Körpers. Der Fachbegriff für Gelbsucht lautet Ikterus. Eine Gelbsucht wird am ehesten in den Augen als Gelbfärbung des Augenweiß (Sklerenikterus) erkennbar, bei stärkerer Ausprägung auch als Gelbfärbung der Haut. Die Gelbsucht ist ein Zeichen entweder für eine Leberfunktionsstörung, die harmlos sein, aber auch eine schwerwiegende Leberkrankheit anzeigen kann, oder für eine Zersetzung des Bluts (Hämolyse). Diese Möglichkeiten lassen sich durch Laboruntersuchungen gut unterscheiden. Von der Differenzierung hängt ab, was diagnostisch und therapeutisch zu tun ist (s.u.).

Bedeutung

Es gibt verschiedene Ursachen einer Gelbsucht. Bei einem Teil handelt es sich um eine harmlose Stoffwechselanomalie (Gilbert-Meulengracht-Syndrom), bei einem Teil um eine Leberkrankheit, bei einem weiteren um ein Zeichen einer erhöhten Blutzersetzung (Hämolyse).

Wie man sich der Ursache nähern kann

Um der Ursache einer Gelbsucht auf die Spur zu kommen, sollten folgende Konstellationen bedacht werden:

  • Wenn kein Krankheitsgefühl vorliegt, der Urin nicht dunkler als normal, der Stuhl nicht heller als normal und die Leberwerte normal sind, dann kann es sich um ein (Gilbert-Meulengracht-Syndrom) handeln. Dies ist eine gutartige Stoffwechselanomalie, die keine weitere diagnostische oder therapeutische Konsequenz hat (bis auf seltene Ausnahmen: siehe hier).
  • Wenn der Urin dunkler als normal und der Stuhl heller als normal sind, dann kann es sich um einen Gallestau handeln. Hierunter wird eine Störung der Gallebildung oder des Galleabflusses (Cholestase) zusammengefasst. Eine Störung der Gallebildung kann bei schwerwiegenden Leberkrankheiten (z. B. bei einer Leberentzündung oder einer dekompensierten Narbenleber (Leberzirrhose)) auftreten. Eine Störung des Galleablusses kann durch einen Gallenstein oder einen Tumor (z. B. einen Bauchspeicheldrüsenkrebs oder einen Tumor im Gallengang (Gallengangskarzinom) zustande kommen. Technische Untersuchungen lassen in der Regel die eigentliche Ursache rasch erkennen. Eine Ultraschalluntersuchung der Leber und der Gallenwege zeigt bereits, ob der Gallengang oder die in der Leber liegenden Äste der Gallenwege gestaut sind. Eine weitere Klärung erfolgt, wenn noch nötig, durch weitere bildgebende Verfahren (z. B. durch CT oder MRT). Wird ein Tumor gefunden, so muss unterschieden werden, ob es sich um einen Primärtumor oder um eine Tochtergeschwulst handelt, ob man also auf die Suche nach einer Muttergeschwulst gehen muss.
  • Wenn Stuhl und Urin normal gefärbt sind, kann eine erhöhte Blutzersetzung (Hämolyse) vorliegen. Sie ist nur durch Laboruntersuchungen diagnostizierbar (z. B. findet sich ein erniedrigtes freies Haptoglobin, eine erhöhte Nachproduktion roter Blutkörperchen (Retikulozytose), aus zerfallenden roten Blutkörperchen freigesetzter roter Blutfarbstoff (freies Hämoglobin) oder ein positiver Coombs-Test, der im positiven Fall anzeigt, dass die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) durch Antikörper angegriffen werden.

Welche Therapie in Frage kommt

Die Behandlung einer Gelbsucht ist je nach Ursache sehr unterschiedlich.
Für die häufigsten und wichtigsten zugrunde liegenden Erkrankungen, die eine Gelbsucht hervorrufen können, finden Sie Hinweise zur Therapie hier:

Verweise

Fachinfos

Patienteninfos