Dysphagie

Dysphagie bedeutet Schluckbeschwerden, Missempfindung beim Schlucken, Störung des Schluckakts.

Einteilung

  • oropharyngeale Dysphagie: Störung des Schluckaktes bis zum Eintritt in den Ösophagus, meist bedingt durch eine neuromuskuläre Störung
  • ösophageale Dysphagie: Störung des Schluckaktes im Bereich des Ösophagus, die durch ein mechanisches Hindernis, entzündlich, neuromuskulär oder psychisch verursacht sein kann. Wenn die Störung schmerzhaft ist, wird sie als Odynophagie bezeichnet.

Ursachen und Differentialdiagnosen

Ursachen der oropharyngealen Dysphagie

  • Organische Störung: Tumor im Halsbereich, Zenker-Divertikel, Struma, zervikale Osteophyten der Wirbelsäule

Ursachen der ösophagealen Dysphagie

  • Organische Störung: Ösophaguskarzinom, membranöse Ringbildung (Schatzki-Ring), entzündliche Stenose (bei Refluxösophagitis, nach Verätzungen), ösophageales Divertikel (z. B. Zenker-Divertikel), Cardiakarzinom, Aortenaneurysma, extraösophagealer Tumor, Fundoplikatio, Druck durch atypisch verlaufende Gefäße (Dysphagia lusoria, meist bedingt durch eine aus der Aorta descendens abgehende Arteria subclavia dextra)
  • Entzündung: Ösophagitis (bedingt beispielsweise durch Reflux, Soor, CMV)
  • Verkrampfung: bei hastigem Essen (Globusgefühl), unkoordiniertem Schlucken oder mangelhaft gekautem Speisebrocken
  • Fremdkörper, Speisebolus
  • Medikamentös induzierte Ösophagitis: ausgelöst durch im Ösophagus liegengebliebene Tabletten wie KCl, Tetracycline, Chinidin

Schweregrad

Grad 1 Auslösung nur durch feste Nahrungsbestandteile
Grad 2 auch weichgekaute Speisen können nicht geschluckt werden, Notwendigkeit pürierter Kost
Grad 3 Notwendigkeit flüssiger Kost
Grad 4 Flüssigkeitsaufnahme nicht ausreichend möglich

Auswirkungen

Eine höhergradige Dysphagie wirkt sich auf die Gewichtsentwicklung negativ aus. Es kommt je nach Ausprägung zu einer mehr oder weniger starken Gewichtsabnahme. Bei akuter Dysphagie mit Regurgitation von Geschlucktem kann Hustenreiz entstehen; bei Aspiration kann es zu einer Aspirationspneumonie kommen.

Diagnostik

Anamnese

Folgende Informationen lassen auf die Ursache einer Dysphagie schließen :

Technische Untersuchungen

  • Ösophagogastroskopie: die Gastroskopie ist obligat: Nachweis von obstruierenden, entzündlichen oder tumorösen Veränderungen mit Gewinnung von Gewebeproben für die Histologie
  • Ösophagusbreischluck (Ösophagographie): als einfache Funktionsbeobachtung oft unerlässlich
  • Endosonographie: Durch sie Nachweis infiltrativer Prozesse; Indikation bei endoskopischem Verdacht
  • pH-Metrie: Durch sie Nachweis von saurem Reflux; kann Bedeutung haben zur Erkennung des zugrunde liegenden Pathomechanismus und zur Quantifizierung

Therapie

Die Behandlung richtet sich nach Ursache und Schweregrad.

Bei Schweregrad 3 und 4 werden Maßnahmen zur ausreichenden Zufuhr von Kalorien und Flüssigkeit über eine nasogastrale Ernährungssonde, eine PEG-Sonde oder Witzel-Fistel (operativ angelegter Magenzugang durch die Bauchdecke) oder über Infusionen erforderlich.

Verweise

Fachinfos

Patienteninfos