Endosonographie

Die Endosonographie ist eine innere Ultraschalluntersuchung, die von einem Organlumen oder Hohlraum des Körpers aus durchgeführt wird. Verwendet wird sie im Bereich

  • des Magendarmkanals vom Ösophagus, dem Magen oder Zwölffingerdarm aus oder peranal,
  • der oberen Atemwege (von der Trachea aus),
  • der gynäkologischen Organe (von der Vagina aus),
  • anderer Hohlorgane (Gallenwege, Harnblase etc.)

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Untersuchungsmethode der gastroenterologischen Endosonographie

Zur Untersuchung des oberen Gastrointestinaltrakts (Ösophagus, Magen, Duodenum) und der angrenzenden Organe und Gewebsstrukturen wird ein Endoskop verwendet, welches einen Ultraschallapplikator an seinem vorderen Ende enthält, der unter Sicht zur gewünschten Region unter Sicht vorgeschoben wird. Je nach Gerätetyp erscheint ein sektorförmiges Bild oder eine Rundumsicht.

(Die rektale und gynäkologische Ultraschalluntersuchung werden hier nicht besprochen.)

Aussagekraft

Endosonographie im Magen: Darstellung eines gut abgrenzbaren, nicht infiltrierend wachsenden Tumors der Magenwand. Laut während er Untersuchung entnommenen Gewebeprobe handelte es sich histologisch um einen GIST.

Beurteilung der Wandungen (Ösophagus, Magen, Duodenum) zur Abklärung lokaler oder diffuser Raumforderungen: z. B. Ösophaguskarzinom, Tumor bzw. tumorverdächtiges Ulkus, submuköse Raumforderung (z. B. GIST, Lymphom, Neurinom, Impression von außen), Linitis plastica.

Beurteilung benachbarter Lymphknoten (u.a. im Zusammenhang mit einer Wandinfiltration des Ösophagus oder Magens: mögliches Malignitätskriterium)

Beurteilung benachbarter Organe und Strukturen: mediastinale Raumforderung (Verbindung mit Ösophagus oder Tracheobronchialsystem), Pankreas (z. B. Pankreaskarzinom, Pankreaspseudozyste, Zugangsmöglichkeit zur Zystendrainage), Papille (Papillitis stenosans, Papillenkarzinom), Choledochus (kleinste Konkremente, Tumor), Gallenblase (kleinste Konkremente, Polyp, Tumor). Die Beurteilung des Herzens und der herznahen Gefäße vom Ösophagus aus wird vom Kardiologen vorgenommen.

In Kenntnis zusätzlicher Untersuchungsbefunde können in der Tumordiagnostik recht genaue Diagnosen bzw. Zuordnungen getroffen werden. In Unkenntnis solcher Informationen ist die diagnostische Genauigkeit ist in vielen Fällen jedoch auf ca. 50% eingeschränkt [1].

Diagnostik einer akuten idiopathischen Pankreatitis: Die akute Pankreatitis wird zu einem großen Prozentsatz durch Gallensteine ausgelöst. Aber auch in den Fällen, in denen Gallensteine nicht nachweisbar sind, die dann zunächst als idiopathisch angesehen werden, lassen sich durch Endosonographie in 70-80% Mikrolithen nachweisen. Damit liegt der idiopathischen Pankreatitis vielfach eine biliäre Ursache zugrunde [2][3].

Indikationen

Im oberen Magendarmtrakt wird die Endosonographie als indiziert angesehen im Rahmen der Abklärung

  • einer obstruktiven Cholestase,
  • einer sonst nicht zu klärendem Cholelithiasis oder Mikrolithiasis,
  • eines Tumors in der Wand des Ösophagus, des Magens oder einer in der Nähe des Ösophagus, Magens oder Zwölffingerdarms liegenden Raumforderung (so z. B. einer Raumforderung im Pankreas),

Im Bereich des Darmausgangs wird die Endosonographie als indiziert angesehen im Rahmen der Abklärung

  • einer Raumforderung im Bereich des Darmausgangs oder Enddarms,
  • einer Schmerzhaftigkeit am Darmausgang (Fistel? Abszess?),
  • einer Inkontinenz des Darmausgangs (Sphinkterdefekt?),

Ergänzende endoskopische Untersuchungsverfahren

Verweise

Literatur

  1. ? Gut 2002; 50: 599-605
  2. ? J Gastroenterol Hepatol 2004; 19: 1206-12011
  3. ? World J Gastroenterol. 2008 Feb 21;14(7):1016-22