Stenose

Stenose bedeutet in medizinischen Sprachgebrauch krankhafte Venengung in einem Gang oder Kanal, so dass der Transport des Inhalts behindert wird. Bei stärkerer Ausprägung können Symptome wie beispielsweise

auftreten.


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Beispiele

  • Stenose in Gallenwegen: sie führt zu einer Galleabflussstörung (Cholestase),
  • Stenose in den Pankreaswegen: sie führt zu einer Abflussstörung des Pankreassekrets mit Gefahr einer Pankreatitis (beispielsweise im Rahmen des Abgangs eines Gallensteins: biliäre Pankreatitis)
  • Stenose im Magendarmkanal: sie führt zu Darmkrämpfen und schließlich zu einem Darmverschluss (Subileus und Ileus); eine Stenose kann in allen Abschnitten vom Ösophagus bis zum Analkanal lokalisiert sein,
  • Stenose in den Harnleitern: sie führt zu einem Harnstau.
  • Stenosen in Arterien führen zu Mangeldurchblutungen. Beispiel am Herzen: Angina pectoris; Beispiel an den Beinarterien: Schaufensterkrankheit.

Ursachen

Stenosen im Magendarmkanal sind bedingt duch

Stenosen im Blutgefäßsystem beruhen meist auf einer Arteriosklerose, so beispielsweise bei der Koronarsklerose.

Stenosen an Herzklappen (Beispiele: Aortenstenose, Mitralstenose) beruhen meist auf chronischen Entzündungen (Endokarditis).

Diagnostik

Die Diagnostik erfolgt durch bildgebende Verfahren:

  • die Gastroskopie und die Koloskopie lassen Stenosen im oberen und unteren Magendarmkanal entdecken,
  • die Darmsonographie kann z. B. Crohn-Stenosen entdecken,
  • die MR-Sellink-Untersuchung wird zur Diagnostik von Stenosen im mittleren Darmkanal eingesetzt,
  • die Enteroskopie kann ebenfalls zu Diagnostik von stenosierenden Prozessen im mittleren Darmkanal verwendet werden,
  • die ERC und MRCP dienen der Diagnostik von Stenosen im Bereich der Gallenwege,
  • die Ausscheidungsurographie und die retrograde Ureterographie dienen der Darstellung von Stenosen im ableitenden Harntrakt.
  • Schnittbildverfahren (Sonographie, CT, MRT) lassen Stauungen, Konkremente (in Gallenwegen und Harnwegen) und Tumore entdecken.

Im Bereich der Arterien ergeben die Dopplersonographie (Gefäßdoppler) und vor allem die Duplexsonographie sehr genaue Beurteilungen. Weitere Untersuchungsmethoden sind die Angiographie und die Gefäßdarstellung durch MRT und CT.

Am Herzen kann es bei chronischen Entzündungen der Herzklappen zu Klappenstenosen (siehe hier) kommen. Sie werden durch eine Echokardiographie zuverlässig diagnostiziert.

Therapie

Die Therapie besteht in einer operativen oder interventionellen Beseitigung des Hindernisses bzw. der Verengung.

Im Bereich des Magendarmkanals wird in geeigneten, sonst nicht akut beherrschbaren Fällen wird eine Drainage durch Einlage eines Stents angelegt, z. B. ein Stent in den Ösophagus bei Ösophaguskarzinom oder in den Gallengang bei Pankreaskarzinom oder Gallengangskarzinom.

Stenosen im Bereich von Blutgefäßen können oft durch eine Dilatation durch Kathetertechnik beseitigt werden. Eine Operation ist immer seltener eine Alternative.

Stenosen an Herzklappen werden ebenfalls zunehmend durch Kathetertechnik behandelt.

Verweise

Patienteninfos

 

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).