Atemtypen

Die Atmung wird durch das Atemzentrum in der Medulla oblongata des Stammhirns reguliert und kann bewusst modifiziert werden. Unter Krankheitsbedingungen kann die normale Atmung abnorm verändert sein. So gibt es diagnostisch wichtige Atemtypen:

  • Orthopnoe: Atemnot, die zu aufrechter Sitzposition zwingt; Zeichen einer Lungenstauung bei Linksherzinsuffizienz (siehe hier).
  • Tachypnoe: Beschleunigung der Atemfrequenz über 20/min hinaus: neben physiologischen Ursachen (wie Anstrengung, Aufregung) kann die Tachypnoe Hinweis auf krankhafte Ursachen sein, wie z. B. eine Lungenkrankheit oder eine Sepsis (siehe hier).
  • Kussmaulsche Atmung: Eine anhaltend besonders tiefe Atmung wird als Kussmaul’sche Atmung bezeichnet. Sie weist auf eine Übersäurerung des Körpers, wie sie bei der diabetischen Ketoazidose, bei der Sepsis und einer Laktatazidose auftritt.
  • Biotsche Atmung: Dieser Atemtyp besteht aus einzelnen gleich hohen Atemzügen, die nach kurzer Zeit von einer Pause unterbrochen ist. Die Biot’sche periodische Atmung weist auf einen Stammhirnschaden hin, wie er bei einem gesteigerten Hirndruck auftritt, beispielsweise im Rahmen einer Meningoenzephalitis.
  • Cheyne-Stokes-Atmung: Dieser Atemtyp ist durch ein periodisch undulierendes An- und Abklingen von tiefen und flachen Atemzügen, oft unterbrochen von einer Atempause gekennzeichnet. Er kann bei einer Stammhirnminderdurchblutung im Rahmen einer Arteriosklerose der Hirngefäße, beim Schlaganfall, beim Schlafapnoe-Syndrom, durch sedierende Medikamente und in einer präfinalen Sterbephase eintreten.

Verweise