Retikulozyten

Definition

Retikulozyten sind kernlose Vorläuferzeller der Erythrozyten. Die in einer Spezialfärbung erkennbarren intrazellulären retikulären Muster sind Kernreste der Erythroblasten. Bei einer normalen Zellmauserung gehen etwa 1% der Erythrozyten täglich zugrunde. Entsprechend wird 1% von ihnen nachproduziert, was der Zahl der Retikulozyten entspricht.

Bestimmung der Retikulozyten

Retikulozyten werden durch Mikroskopie oder Flow-Zytometrie bestimmt.

Normbereich: 5-20 pro 1000 Erythrozyten


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 Beurteilung

Zur Bewertung der Retikulozytenzahlen muss die absolute Zahl der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) herangezogen werden. Eine relative Retikulozytenzahl von 10 wäre bei normalen Erythrozytenzahlen mit einer angenommenen durchschnittlichen Lebenszeit von 100 Tagen und einer Neubildung von 1% pro Tag normal, bei einer Anämie, bei der verstärkt nachgebildet werden sollte, jedoch zu gering.

Bei einer verkürzten Erythrozytenüberlebenszeit, wie sie bei einer Blutung oder einer Hämolyse vorkommt, findet sich eine reaktiv erhöhte relative Retikulozytenzahl (bedingt durch die schnellere Nachproduktion von Erythrozyten und durch die geringere Erythrozytenzahl, auf die sich die Retikulozytenzahl bezieht).

Wenn bei einer Anämie die Retikulozytenzahlen nicht erhöht sind, kann ein Eisenmangel, ein Mangel an Vitamin B12 oder Folsäure oder eine Knochenmarkkrankheit mit gestörter Erythropoese vorliegen, durch die die Nachbildung von Erythrozyten behindert ist.

Verweise

Fachinfos

Patienteninfos

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).