Messung der Knochendichte

Die Knochendichte ist ein Maß für den Kalksalzgehalt des Knochens und gibt über die Knochenfestigkeit Auskunft. Allerdings wird die Stabilität eines Knochens nicht nur durch den Grad der Verkalkung sondern auch durch die Anordnung der knöchernen Feinstrukturen, den Trabekeln im Inneren der Knochen, bestimmt. Es hat sich herausgestellt, dass die Messung der Knochendichte an Hüfte und die Wirbelsäule Werte ergibt, die gut mit der Knochenqualität der anderen Knochen im Körper korreliert, so dass in der Regel nur diese beiden Messorte gewählt werden. Eine Verminderung der Knochendichte sollte zu einer verstärkten Osteoporoseprophylaxe führen.

Warum Messung der Knochendichte

Die Knochendichte sagt in etwa das Risiko von Knochenfrakturen voraus. Welche Knochen besonders gefährdet sind, hängt von der Art der Belastung bei einem Sturz ab. Bei alten Menschen sind besonders die Hüfte (der Oberschenkelhals und die Hüftpfanne), die Wirbelsäule und Unterarmknochen betroffen. Bei hohem Sturzrisiko sind daher im Falle einer Osteoporose verstärkte Vorsorgemaßnahmen (Rolator, Haltegriffe in der Wohnung, Hüftschutzhosen etc.) angebracht. Menschen, bei denen das Risiko für einen Knochenabbau erhöht ist, sollten frühzeitig einer vorsorglichen knochenstärkenden Therapie zugeführt werden.

Bei wem die Knochendichte überprüft werden sollte

Zu den bezüglich einer Osteopenie besonders Gefährdeten gehören:

Bei wem die Knochendichtemessung wiederholt werden sollte

  • Patienten mit einem verminderten Kalksalzgehalt der Knochen sollten therapiert werden (z. B. mit Vitamin D und Kalzium sowie einem Bisphosphonat); die Therapie wird meist in Abständen von 1 – 2 Jahren kontrolliert.
  • Auch wenn keine Osteopenie oder Osteoporose vorliegt, sollte die Messung der Knochendichte in etwa 2-jährigen Abständen wiederholt werden, wenn inzwischen Medikamente eingenommen werden, die ein erhöhtes Osteoporoserisiko mit sich bringen, wie Kortikosteroide.

Knochendichtemessung: Welche Messmethoden in Frage kommen

Die Knochendichtemessung (Osteodensitometrie) führt zu Aussagen über die Frakturgefährdung. Es sind verschiedene Methoden entwickelt worden:

  • Röntgen-Absorptions-Messung (Dual-Röntgen-Absorptiometrie, engl. dual-energy x-ray absorptiometry, DXA): diese Methode, bei der zwei gering unterschiedlich energiereiche Röntgenstrahlen eingesetzt werden, gilt als die derzeit verlässlichste Methode und stellt den Goldstandard dar. Sie wird meist an Hüfte, Wirbelsäule und Handgelenk eingesetzt, um eine Übersicht über die Knochenfestigkeit der am meisten frakturgefährdeten Stellen des Skeletts zu erhalten. Messungen an Hüftknochen und Wirbelsäule reichen jedoch aus, da deren Dichtewerte eine Voraussage auch für andere Knochen zulassen. Der distale Radius (nahe am Handgelenk) wird gewählt, wenn eine Untersuchung von Hüfte und Wirbelsäule nicht möglich ist. Die Methode ist relativ strahlungsarm (die Dosis entspricht etwas der einer täglichen natürlichen Strahlenbelastung) und sehr sensitiv, kann aber durch verkalkte Blutgefäße beeinflusst werden. Die Messergebnisse werden in einem T- oder Z-Score (errechneter Punktwert aus Messdaten) ausgedrückt. Der T-Score vergleicht den gemessenen Wert mit einem Normalwert, wie er in der Jugend vorliegt; der Z-Score vergleicht ihn mit dem altersentsprechenden Mittelwert. Bezüglich einer Frakturgefährdung ist der T-Wert der wichtigere; normal liegt er zwischen -1 und +1, bei einer Osteopenie liegen die Werte zwischen minus 1,1 und minus 2,4. Bei einer Osteoporose liegt er unter minus 2,5. Schon bei einer Osteopenie sollte eine Osteoporoseprophylaxe durchgeführt werden.
  • Quantitative Computertomographie (QCT): Sie erlaubt in der Wirbelsäule recht gute Aussagen zur Knochendichte; gemessen wird in der Regel der innere trabekuläre Bereich, nicht die Compacta. Nachteile sind die hohe Strahlenbelastung und Kosten.
  • Quantitativer Ultraschall (QUS): Die Methode der Knochendichtemessung per Ultraschall, die keine Strahlenbelastung hat, wird an der Ferse oder an Fingerphalangen (II-V) eingesetzt. Sie scheint einigermaßen aussagekräftig zu sein und auch Frakturgefährdete erkennen lassen können [1][2]. Allerdings wird die Korrelation zwischen Messungen der Knochenqualität der QUS- und der DXA-Methode auch als schlecht [3] bzw. nicht vorhanden [4] beschrieben, so dass DXA bevorzugt wird. QUS wird dann alternativ verwendet, wenn die radiologischen Methoden nicht zur Verfügung stehen.

Verweise

Literatur

  1. ? Calcif Tissue Int. 2004 Mar;74(3):246-54
  2. ? Mcgill J Med. 2008 Jul;11(2):132-40
  3. ? Eur J Haematol. 2009 Jan;82(1):15-21
  4. ? J Pediatr Hematol Oncol. 2010 Oct;32(7):e259-63