Lymphomkrankheit

Unter Lymphomkrankheit werden Erkrankungen des lymphatischen Systems verstanden, die mit vergrößerten Lymphknoten (Lymphomen) einhergehen können. Der Begriff “maligne Lymphome” wird für solche mit unkontrolliertem Wachstum lymphatischen Gewebes benutzt.


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Diagnostik

Die körperliche Untersuchung beinhaltet die sorgfältige Überprüfung der Lymphknotenstationen: Kopf vor und hinter den Ohren, unter dem Unterkiefer, Hals, Nacken, pberhalb der Schlüsselbeine, in den Achselhöhlen, an den Innenseiten der Unter- und Oberarme, in den Leisten (siehe hier).

Die Ultraschalluntersuchung (Sonographie) findet vergrößerte Lymphknoten im Körper, insbesondere intraabdominell (im Bauchraum), kann ggf. infiltratives Wachstum wahrscheinlich machen und dient zur Ausmessung geeigneter Lymphome für die Verlaufskontrolle.

Laborwerte lassen Blutbildveränderungen inkl. Veränderungen der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und ggf. eine Erhöhung der Entzündungsparameter erkennen.

Weitere Untersuchungen beinhalten je nach bisherigen Untersuchungsbefunden und Diagnoseverdacht weitere bildgebende Verfahren, eine Lymphknotenbiopsie und eine Knochenmarkbiopsie zur histologischen und molekularbiologischen Untersuchung.

Maligne Lymphome

Zu den Lymphomkrankheiten im engeren Sinn zählen die bösartigen, nämlich:

Multiple Lymphknotenvergrößerungen, die nicht im Rahmen einer Infektionskrankheit aufgetreten und schmerzlos sind, sollten an ein malignes Lymphom denken lassen und weiter abgeklärt werden.

Eine Milzvergrößerung (Splenomegalie) kann sowohl bei einem malignen Lymphom als auch bei nicht-malignen Lymphknotenvergrößerungen vorkommen.

Dazu siehe hier.

Lymphome ohne Malignität

Als Lymphome werden auch Lymphknotenvergrößerungen bezeichnet, die gutartig (benigne) sind und im Rahmen einer Infektions- oder Autoimmunkrankheit auftreten. Sie sind meist multipel nachweisbar und oft nicht einfach von Lymphknotenvergrößerungen einer bösartigen (malignen) Lymphomkrankheit (s. o.) zu unterscheiden. Beispiele sind fast alle Viruserkrankungen.

Insbesondere kann Mumps zu erheblichen Schwellungen von Lymphknoten führen, die auch an ein malignes Lymphom denken lassen. Infektiös bedingte Lymphome sind meist schmerzhaft und liegen im Einflussbereich der Entzündung. Bei einem Racheninfekt schwellen beispielsweise die Lymphknoten unter dem Unterkiefer und am Hals an.

Lymphknotenmetastasen

Lymphknotenvergrößerungen durch Krebsbefall (Lymphknotenmetastasen) sind bei Tumorkrankheiten immer zu gewärtigen und werden im Rahmen der klinischen Untersuchung besonders sorgfältig gesucht. Sie sind dann von denen einer Virusinfektion oder einer malignen lymphatischen Systemerkrankung relativ gut abzugrenzen, wenn sie sehr derb und schmerzfrei sind, besonders dann, wenn sie zudem mit der Umgebung oder untereinander verwachsen (“verbacken”) sind. Allerdings können auch maligne Lymphome miteinander verbacken und infiltrativ wachsen, so dass letztlich der histologische Befund entscheidet. Lymphknotenmetastasen liegen primär im Lymphabflussgebiet des jeweiligen Primärtumors. Schmerzlose derbe Lymphknoten in einer Achselhöhle bei einer Frau sollten an ein Mammakarzinom denken lassen.


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Verweise