Ketoazidose

Ketoazidose bedeutet Übersäuerung des Bluts durch die organischen Säuren beta-Hydroxybuttersäure und Acetessigsäure, und zudem Nachweis von Ketonkörpern im Blut.

  • Diabetes: Am häufigsten kommt diese Kombination bei der diabetischen Ketoazidose vor (siehe hier). Bei ihr entstehen die Ketonkörper durch Insulinmangel, der bewirkt, dass die Glukose die im Blut angeliefert wird, nicht ausreichend in die peripheren Zellen (z. B. Muskelzellen) gelangen kann. Bei erhöhtem Bedarf können diese Zellen ihre Energie nicht aus dem Reservoir des Blutzuckers decken und müssen dafür Fett abbauen. Aus dem Fettsäureabbau fallen am Ende die sauren Ketonkörper an.
  • Alkohol: Bei übermäßigen Alkoholkonsum treten ebenfalls saure Ketonkörper auf; es entsteht die alkoholische Ketoazidose. Sie entstehen wegen des durch den Alkoholabbau erhöhten Verbrauchs von NAD. NAD (Nikotinamidadenindinukleotid) ist ein Coenzym, das den beim Alkoholabbau frei werdenden Wasserstoff aufnimmt, der dann für andere Stoffwechselprozesse, bei denen Wasserstoff frei und dem Sauerstoff zur Verbrennung (Zellatmung) zugeführt werden soll, nicht zur Verfügung steht. Alkoholabbau behindert damit den Abbau von Ketonkörpern.
  • Medikamente: In seltenen Fällen ist eine Ketoazidose als Komplikation von Medikamenten beobachtet worden, so von SGLT2 Inhibitoren wie Empagliflozin 1) 2015 Aug;100(8):2849-52. doi: 10.1210/jc.2015-1884. und von antipsychotischen Medikamenten (wie Clozapin oder Olanzapin) 2) 2017 Jun;29(2):121-135..

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Verweise

 


Literatur   [ + ]

1. 2015 Aug;100(8):2849-52. doi: 10.1210/jc.2015-1884.
2. 2017 Jun;29(2):121-135.