Hodenkrebs

Der Hodenkrebs ist ein bösartiger Tumor der Keimdrüsen des Mannes.

Einteilung

Man unterteilt den Hodenkrebs in germinale (d.h. von den Keimzellen ausgehende) und nicht-germinale Tumoren.

Germinale Tumoren kommen ca. in 95% der Fälle vor und werden wiederum untergliedert:

  • Seminome (ca.40%): bösartige Wucherung der Spermatogonien
  • Nicht-Seminome: gehen nicht von den Keimzellen aus, zB Embryonal-, Chorion-, Teratokarzinom

Nicht-germinale Tumoren kommen vor allem bei Kindern vor und betreffen meistens die Leydig-  und Sertolizellen Die Leydigzellen produzieren Testosteron; die Sertolizellen helfen bei der Spermienbildung und werden von FSH (Follikel-stimulierendes Hormon der Hypophyse) stimuliert. Diese Tumore sind meist gutartig.

Epidemiologie

Der Altersgipfel liegt allgemein zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Hodenkrebs ist der häufigste maligne Tumor des Mannes in diesem Lebensabschnitt; der von Seminomen eher zwischen 30 und 40, von Nicht-Seminomen eher um das 30. Lebensjahr.

Ätiologie

Wichtigster Prädispositionsfaktor: Kryptorchismus (Lageanomalie bei gestörtem Descensus des Hoden in der Entwicklungsphase), auch wenn er behandelt ist.

Die Metastasierung erfolgt überwiegend lymphogen (Ausnahme: Chorionkarzinom) und über die Vena testicularis in Richtung großer Gefäßhauptstämme.

Symptomatik

Schmerzlose, meist einseitige Schwellung des Hodens mit Schweregefühl. Gynäkomastie oder Pubertas praecox (vorzeitiges Auftreten sekundärer Geschlechtsmerkmale) bei Gonadotropin-produzierenden Tumoren möglich. Allgemeine Tumorsymptome möglich: Gewichtsabnahme, unklare Schmerzen.

Seminome können selten extragonadal im vorderen Mediastinum oder retroperitoneal auftreten.

Diagnostik

Differentialdiagnostisch ist an eine Nebenhodenentzündung (Epididymitis), Hodentorsion, Hydrozele und Orchitis denken.

Biopsie des Tumors nie von außen (transskrotal) wegen neuer Metastasierungswege; Zugangsweg inguinal.

Therapie

Bei frühzeitiger Entdeckung und konsequenter Therapie ist die Heilungsrate sehr hoch! Chorionkarzinome sind prognostisch am ungünstigsten. Das therapeutische Konzept richtet sich nach der Histologie (Seminom oder Nicht-Seminom).

Möglichkeiten:

  • Hohe Semikastration über inguinalen Zugang mit histologischer Aufarbeitung
  • Retroperitoneale Lymphadenektomie
  • Gutes Ansprechen auf Strahlentherapie
  • Polychemotherapie (bei ausgedehnten Tumoren)

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Verweise

 


Autor der Seite ist Dr. Konrad Buscher (siehe Impressum).