Gabapentin

Gabapentin (Neurontin®, Gabax®, Generika) ist ein Wirkstoff, der wegen seiner erregungsdämpfenden Wirkung im Zentralnervensystem zur Behandlung von Anfallsleiden, Schmerzen, neuropathischer Beschwerden und Restless Legs angewendet wird.


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Das Wichtigste

Kurzgefasst
Gabapentin ist ein Medikament zur Dämpfung einer nervösen und psychischen Übererregbarkeit; es wirkt zudem angstlösend und schmerzdämpfend. Bei stressbedingten Krankheiten kann es eine nützliche Begleitmedikation darstellen. Bei Schmerzen kann es entspannen und Opiate einsparen helfen. Gabapentin wird gut vertragen. In wenigen Fällen treten als Nebenwirkungen Schwindel und Müdigkeit auf.

Pharmakokinetik

Gabapentin ist wie Pregabalin ein GABA-Analog (strukturell abgeleitet von Gamma-Aminobuttersäure, GABA). GABA ist der hauptsächliche inhibitorisch wirkende Neurotransmitter in Gehirn und Rückenmark. Gabapentin wirkt jedoch über Beeinflussung einer Untereinheit der spannungsabhängigen Ca2+ Kanäle, wodurch der Kalziumeinstrom in die präsynaptischen Nervenendigungen und darüber die Freisetzung exzitatorischer Neurotransmitter behindert wird [1].

Die Bioverfügbarkeit nach oraler Aufnahme beträgt etwa 50%; die Ausscheidung erfolgt über die Nieren. Die biologische Halbwertszeit beträgt etwa 6 Stunden. Im Blut wird es nicht an Eiweiß gebunden; in der Leber induziert es keine Enzyme [2]. Die Wirkungen im Körper sind nicht völlig aufgeklärt. An ihnen beteiligt sollen Neurotransmitter wie Glutamat, GABA, Serotonin, Norepinephrin und PTSD (hypothalamisches Peptid) sein [3].

Der Abkömmling Gabapentin-Enacarbil XR ist ein Prodrug, das verzögert freigesetzt und in die Wirksubstanz umgewandelt wird. Seine Wirkung hält über 24 Stunden an. Das Nebenwirkungsprofil entspricht dem von Gabapentin [4].

Klinische Wirkungen

Die Hauptwirkungen sind allgemein erregungsdämpfend, analgetisch, anxiolytisch. Gabapentin kann zur Einsparung von Opioiden beitragen [5].

Nebenwirkungen

Die Verträglichkeit ist recht gut. Am häufigsten (etwa 10%) wird von Schläfrigkeit und Schwindel berichtet.

Indikationen

Die Wirksamkeit von Gabapentin wurde in Einzelbeobachtungen und Studien für folgende möglichen Indikationen belegt:

Weitere Entwicklungen

Gabapentin schützt offenbar das zentrale Nervensystem: in Tierversuchen wirkt es neuroprotektiv bei Verletzungen des Rückenmarks und bei Sauerstoffunterversorgung (Ischämie) [17][18].


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Verweise

Literatur

  1. ? J Biol Chem. 1996 Mar 8; 271(10):5768-76
  2. ? Neurology. 1994;44(suppl 5):S17–S22
  3. ? J Clin Psychiatry. 2000;61(suppl 5):24–29
  4. ? Lal R et al. Clin Neuropharmacol. 2012 Jun 1. [Epub ahead of print]
  5. ? Singapore Med J. 2011 Dec;52(12):883-9
  6. ? Epilepsia. 1999;40 Suppl 5:S63-70
  7. ? Lal R et al. Clin Neuropharmacol. 2012 Jun 1. [Epub ahead of print]
  8. ? BMJ Open. 2012 Jun 8;2(3). pii: e001297. doi: 10.1136/bmjopen-2012-001297
  9. ? J Clin Oncol. 2004 Jul 15;22(14):2909-17
  10. ? J Pain Symptom Manage. 2007 Aug;34(2):183-9
  11. ? Int J Clin Oncol. 2010 Feb;15(1):46-51
  12. ? Indian J Pharmacol. 2012 Jan;44(1):51-6
  13. ? Curr Drug Targets. 2009 Aug;10(8):716-33
  14. ? Singapore Med J. 2011 Dec;52(12):883-9
  15. ? Prim Care Companion J Clin Psychiatry. 2000 Jun;2(3):105
  16. ? Fowler M et al. J Burn Care Res. 2012 Jan 2. [Epub ahead of print]
  17. ? World Neurosurg. 2010 Jun;73(6):729-34
  18. ? J Neurosurg Spine. 2011 Sep;15(3):228-37