Furosemid

Furosemid gehört zu den Schleifendiuretika.

Furosemid ist eine schwache Säure (pKa=3,9) und kann mit anderen Medikamenten vor allem im Sauren ausfallen.

Bioverfügbarkeit

Die orale Bioverfügbarkeit von Furosemid liegt bei 60%; bei Rechtsherzinsuffizienz und portaler Hypertension ist sie deutlich geringer. Es besteht eine hohe Plasmaeiweißbindung, woraus eine nur geringe glomeruläre Filtration resultiert. Furosemid wird überwiegend tubuläre aktiv sezerniert, zu 70% unverändert. In der Leber unterliegt es einer nur geringen Biotransformation. Die Halbwertszeit beträgt 40-90 Minuten; sie ist bei Nieren-, Herz- und Leberinsuffizienz verlängert.

Wirkungen

Wirkung an der Henle´schen Schleife

Die Wirkung von Furosemid beruht wesentlich auf der Hemmung des Na-K-2Cl-Transporters im dicken Teil des aufsteigenden Schenkels der Henle´schen Schleife. Der Transporter befindet sich in der luminalen Membran, und Furosemid greift vom Lumen des Tubulus an. Ins Lumen gelangt Furosemid durch aktive Sekretion im absteigenden Schenkel der Henle´schen Schleife durch einen multispezifischen Anionentransporter, die durch Probenecid gehemmt wird. Furosemid wird durch die aktive Sekretion und durch die Henle´sche Schleifen stark konzentriert. Damit wird eine fast selektive renale Wirkung erzielt, obwohl der Transporter im Körper ubiquitär zu finden ist. Folge der Hemmung des Na-K-2Cl-Transporters ist eine Natriurese. Furosemid kann neben der Natriurese in 15-60% auch eine Kaliurese hervorrufen. Ursache der Kaliurese ist eine erhöhte Aldosteron-Freisetzung (s.u.). Durch Schleifendiuretika kann eine Hypokaliämie zustande kommen.

Wirkung am juxtaglomerulären Apparat

Am juxtaglomerulären Apparat kommt es physiologischerweise bei hoher Salzkonzentration im Tubulus am Ende der Henle´schen Schleife zu einer Kontraktion des Vas afferens des Glomerulums und damit zu einer Verminderung des Filtrationsdrucks. Dies bedeutet einen Schutz vor weiterem Elektrolytverlust des Körpers und ist physiologisch sinnvoll. Die Messung der intraluminalen Salzkonzentration im Tubulus erfolgt durch ein Furosemid-sensitives Protein, das ähnlich oder identisch ist mit dem Na-K-2Cl-Transporter im dicken aufsteigenden Schenkel der Henle´schen Schleife.

Furosemid hat am juxtaglomerulären Apparat 2 Wirkungen:

  • Es führt dazu, dass die Elektrolytmessung im Tubulus nicht mehr funktioniert und unterbricht damit die Autoregulation der glomerulären Durchblutung. Der Filtrationsdruck wird damit abhängig vom Blutdruck.
  • Es bewirkt eine Steigerung der Reninfreisetzung aus den juxtaglomerulären Zellen, die unabhängig vom zentral wirksamen Kreislaufvolumen ist. Renin führt zur Erhöhung der Aldosteronproduktion und zur Angiotensinbildung.

Wirkung auf den Kreislauf

  • Furosemid steigert die Nierendurchblutung über Prostaglandine. Cave: NSAR hemmen die Prostaglandinproduktion und können zusammen mit Schleifendiuretika zu einer Niereninsuffizienz führen (Abnahme des Kreislaufvolumens + Kontraktion der vasa afferentia).
  • Furosemid erweitert – wohl ebenfalls über Prostaglandine – die Kapazitätsgefäße in der Peripherie (nicht die peripheren Widerstandsgefäße) und senkt damit Afterload des Herzens und den pulmonalarteriellen Druck.
  • Furosemid senkt das zentral wirksame Kreislaufvolumen. Wenn es unter eine kritische Grenze kommt, leidet die Organ-, speziell auch die Nierenperfusion.

Wirkung auf die Aldosteronfreisetzung:
Für eine erhöhte Aldosteronfreisetzung durch Furosemid gibt es 2 Gründe:

  • Soforteffekt: Sie folgt indirekt aus einer Aufhebung des “tubuloglomerulären Feedbacks” an der Makula densa (verdickte Tubuluszellen in direkter Nachbarschaft zum Gefäßpol eines Glomerulum und den Renin-produzierenden Zellen des Mesangiums) durch Furosemid (nicht durch Thiazide).
  • Langzeiteffekt: Die Abnahme des zentral wirksamen Kreislaufvolumens durch alle Diuretika führt zur Gegenregulation (Anspringen des RAAS).

Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen von Furosemid beinhalten:

Verweise