Leukotriene

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Leukotriene sind Abkömmlinge der Arachidonsäure und als Gewebshormone aktiv. Sie wirken als Mediatorstoffe bei entzündlichen und allergischen Reaktionen im Körper, indem sie neutrophile Leukozyten anlocken, die Gefäßpermeabilität erhöhen und über eine Bronchokonstriktion Asthmaanfälle auslösen.


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Synthese

Ausgangssubstanz für die Bildung der Leukotriene wie auch für die Prostaglandine ist Arachidonsäure, die von den Phospholipiden der Zellmembranen stammt. Befähigt zur Leukotrienbildung sind insbesondere Entzündungszellen (wie neutrophile, basophile und eosinophile Leukozyten, Mastzellen, Monozyten) sowie auch Endothelzellen der Blutbahn.

Während die Prostaglandine über den Cyclooxigenaseweg synthetisiert werden, werden die Leukotriene über den Lipoxigenaseweg gebildet.

ASS-induziertes Asthma: Wird die Bildung der Prostaglandine gehemmt, steht mehr Arachidonsäure für die Bildung der Leukotriene zur Verfügung, was die Entstehung des ASS-induzierten Asthmas erklärt.

Formen

Es werden verschiedene Leukotriene (LT) unterschieden:

  • Alle diejenigen Leukotriene, die die Aminosäure Cystein enthalten (LTC4, LTD4, LTE4 and LTF4), werden als Cysteinyl-Leukotriene zusammengefasst. Sie vermitteln anaphylaktische Reaktionen (bis hin zum anaphylaktischen Schock) und Asthmaanfälle.
  • Leukotrien B4 ist tragen zu Entzündungsreaktionen im Körper bei. So locken sie neutrophile Granulozyten aus der Blutbahn in Entzündungsgebiete (chemotaktische Funktion). Sie finden sich beispielsweise in der entzündeten Wand bei aktiver Colitis ulcerosa. Und Verapamil vermindert die Freisetzung zu 30%. 1) 1992 Apr;6(2):163-8.

Leukotriene und Asthma

Experimentell wurde nachgewiesen, dass inhaliertes Leukotrien D4 ebenso wie Histamin bei Patienten mit exogenem Asthma zu einer Verkrampfung und Verengung der Atemwege führt. Die Reaktionsbereitschaft von Asthma-Patienten ist gegenüber nichtasthmatischen Kontrollen für beide Mediatoren in etwa gleicher Weise deutlich erhöht. 2)Br Med J (Clin Res Ed). 1985 May 18;290(6480):1468-71. DOI: 10.1136/bmj.290.6480.1468 Der Effekt wird vermittelt durch cysLT-Rezeptoren auf der glatten Muskulatur der Atemwegsmuskulatur, zudem auch durch eine vermehrte Rekrutierung eosinophiler Leukozyten, die ihrerseits Mediatorstoffe ausschütten. 3)Clin Rev Allergy Immunol. 1999 Spring-Summer;17(1-2):27-42. DOI: 10.1007/BF02737595 LTB4 ist ein Mediatorstoff, der (über die Rezeptoren BLT1 und BLT2) Leukozyten anzieht, aber schwächer Eosinophile. 4)J Asthma. 2013 Nov;50(9):922-31. DOI: 10.3109/02770903.2013.823447.

Leukotrien-Rezeptorantagonist

Es wurden Leukotrien-Rezeptorantagonisten entwickelt, die der Unterdrückung allergischer, asthmatischer und entzündlicher Reaktionen im Körper dienen.

Montelukast (Singulair®) ist ein Leukotrien-Rezeptorantagonist, der bei Asthma bronchiale und allergischer Rhinitis (Heuschnupfen) eingesetzt wird. Er löst die Verkrampfung der Bronchialmuskulatur und verringert die Schleimbildung. Montelukast wird meist ergänzend zur Basismedikation mit inhalativen Glukokortikoiden und beta-adrenergen Substanzen verordnet. Beim intermittierenden Asthma kleiner Kinder reichen bereits kurze Therapiephasen mit Montelucast gleich bei Beginn einer Asthma-Episode für eine Verbesserung der Symptomatik 5)Am J Respir Crit Care Med. 2007 Feb 15;175(4):323-9 6)J Allergy Clin Immunol. 2008 Dec;122(6):1127-1135 7)Clin Ther. 2008;30 Spec No:1026-35. Auch bei Erwachsenen wirkt Montelukast als „add-on“ zur herkömmlichen Therapie günstig 8)Expert Opin Pharmacother. 2011 Sep;12(13):2119-28. Die Verträglichkeit ist in der Regel sehr gut. Allerdings werden auch eine Reihe von Nebenwirkungen beschrieben, die individuell sehr unterschiedlich ausfallen können; zu ihnen gehören psychische Störungen, Muskel- und Gelenkbeschwerden, Magendarmsymptome, eine verstärkte Blutungsneigung und das Churg-Strauss-Syndrom. 9)Pharmacology. 2014;94(1-2):60-70. DOI: 10.1159/000366164 Speziell die Neigung zu Schlafstörungen und Depression sowie möglicherweise eine erhöhte Anfälligkeit für Suizid bedürfen einer erhöhten Aufmerksamkeit bei der Betreuung der Patienten. 10)JAMA Netw Open. 2022 May 2;5(5):e2213643. DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2022.13643.

Verweise

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).


 


Literatur

Literatur
1 1992 Apr;6(2):163-8.
2 Br Med J (Clin Res Ed). 1985 May 18;290(6480):1468-71. DOI: 10.1136/bmj.290.6480.1468
3 Clin Rev Allergy Immunol. 1999 Spring-Summer;17(1-2):27-42. DOI: 10.1007/BF02737595
4 J Asthma. 2013 Nov;50(9):922-31. DOI: 10.3109/02770903.2013.823447.
5 Am J Respir Crit Care Med. 2007 Feb 15;175(4):323-9
6 J Allergy Clin Immunol. 2008 Dec;122(6):1127-1135
7 Clin Ther. 2008;30 Spec No:1026-35
8 Expert Opin Pharmacother. 2011 Sep;12(13):2119-28
9 Pharmacology. 2014;94(1-2):60-70. DOI: 10.1159/000366164
10 JAMA Netw Open. 2022 May 2;5(5):e2213643. DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2022.13643.