Granulozytopenie

Granulozytopenie bedeutet Verminderung der Zahl der Granulozyten im Blut. Granulozyten sind eine Form weißer Blutkörperchen (Leukozyten), die im Knochenmark gebildet wird, und zum immunologischen Abwehrsystem des Körpers gehören. Sie sind im Differenzialblutbild von den Lymphozyten leicht unterscheidbar und werden im Autoanayzer verlässlich erfasst. Nach ihrem Färbeverhalten werden sie in neutrophile, eosinophile und basophile Granulozyten unterteilt, wobei die neutrophilen mit über 90% normalerweise den weitaus größten Teil ausmachen. Liegt eine Granulozytopenie vor, bedeutet das in aller Regel damit eine zu geringe Zahl der neutrophilen Formen (Neutropenie).

Ursachen

Eine Granulozytopenie kommt vorwiegend bei Virusinfekten und Krankheiten des Knochenmarks (wie der akuten lymphatischen Leukämie) vor. In sehr seltenen Fällen liegt eine angeborene Störung der Leukozytenbildung vor, die schon im Kindesalter in Erscheinung tritt. Sie kann auch Folge einer toxischen Schädigung des Knochenmarks, z. B. durch chemische Stoffe (wie Benzpyrene und Dibenzanthrazene) oder durch eine Chemotherapie sein.

Diagnostik

Im Differenzialblutbild finden sich meist überalterte Granulozyten, so dass es zu einer „Rechtsverschiebung“ kommt. Es muss auf Hinweiszeichen einer Knochenmarkkrankheit, wie einem myelodysplastischen Syndrom, oder einer lymphatischen Erkrankung geachtet werden, wie Schwellung von Lymphknoten oder / und der Milz (Splenomegalie) und auf petechiale Blutungen der Haut.

Folgen

Menschen mit einer Granulozytopenie haben ein deutlich erhöhtes Risiko für bakterielle Infektionen.


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Verweise

Mehr zu Granulozytopenie siehe unter Neutropenie und Leukopenie.



Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).