Angiopathie

Angiopathie bedeutet Erkrankung der Blutgefäße. Verwendet wird der Begriff in der Regel für Veränderungen der Gefäßwände im Bereich der Arterien und Arteriolen, also derjenigen Gefäße, die für die arterielle Versorgung von Organen und Geweben verantwortlich sind. Eine Angiopathie kann demnach zu einer Beeinträchtigung dieser Versorgung und bei stärkerer Ausprägung zu deren Funktionseinbuße führen.


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Ursachen

Die Arteriosklerose ist bei weitem die häufigste Ursache einer Angiopathie. Ebenfalls kommen Entzündungen (Angiitis) und degenerative Gefäßwandveränderungen in Betracht.

Typen

Angiographie der rechten Beinerterien: Angiopathie mit Verengungen (Stenosen) der großen und kleineren arteriellen Blutgefäße im rechten Oberschenkel nahe der Leiste. Ursache ist ein jahrelang schlecht eingestellter Diabetes

Makroangiopathie: Stenosierende Angiopathien großer Gefäße führen zu arteriellen Durchblutungsstörungen durch Verengungen noch vor den Endorganen (Beispiel periphere arterielle Verschlusskrankheit, paVk).

Mikroangiopathie: Stenosierende Angiopathien kleiner und kleinster Gefäße führen zu diffusen Durchblutungsstörungen in den Endorganen selbst. Die diabetische Mikroangiopathie ist ein Beispiel für die Auswirkungen, z. B. an den Nerven (z. B. Verengung der Vasa nervorum: Folge diabetische Neuropathie; Verengung der kleinen Gefäße am Fuß: Folge diabetisches Fußsyndrom). Die diabetische Nephropathie ist ebenfalls eine Form einer Mikroangiopathie.

Eine der häufigsten Ursachen einer Makro- und Mikroangiopathie ist die Zuckerkrankheit. Sie ist die Hauptursache des diabetischen Spätsyndroms. Dazu siehe hier.

Diagnostik

Eine Makroangiopathie wird durch Gefäßgeräusche auffällig und durch Dopplersonographie, Duplexsonographie und angiographische Methoden gesichert.

Eine Mikroangiopathie lässt sich, wenn erforderlich histologisch sichern. Durch Mikroskopie der Nagelbettgefäße und Betrachtung des Augenhintergrunds (Augenspiegeluntersuchung) können bestimmte Gefäßgebiete direkt beobachtet werden.

Therapie

Durchblutungsstörungen durch eine Makroangiopathie lassen sich durch Kathetermanipulationen interventionell bessern (Ballondilatation von Stenosen und Stenteinlage).

Durchblutungsstörungen durch eine Mikroangiopathie sind schierig zu behandeln. Eine Besserung kann durch Herabsetzung der Blutviskosität (Besserung der Fließeigenschaften im Kapillarbereich) erzielt werden.

Eine Herabsetzung der Blutgerinnbarkeit durch Antikoagulanzien ist in vielen Fällen zur Vorbeugung von Thromboembolien angezeigt.

Die jeweilige Ursache der Gefäßveränderungen, z. B. Arteriosklerose, Hypertonie, Diabetes mellitus, Angiitis (z. B. im Rahmen einer Autoimmunkrankheit), muss identifiziert und behandelt werden.

Verweise

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).