Syntheseleistungsparameter der Leber

Syntheseleistungsparameter der Leber sind Laborwerte, die über die Fähigkeit der Leber Auskunft geben, Stoffe zu bilden, die der Körper benötigt. Unter ihnen spielen diagnostisch Eiweiße eine besondere Rolle für die Diagnostik von Leberkrankheiten.

In der Leber werden die meisten Bluteiweiße gebildet. Die Konzentration einiger von ihnen im Blut ergibt einen Hinweis auf die Syntheseleistungsfähigkeit des Organs. Von praktischer Bedeutung ist insbesondere die Bestimmung von Albumin, Cholinesterase, Quickwert bzw. INR und ATIII. Sie werden als Syntheseleistungsparameter zusammengefasst.


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Indikation zur Bestimmung

Akute Virushepatitiden, akute Fettleberhepatitis, akutes Leberversagen jeder Genese (u.a. Pilzvergiftung), Leberzirrhose

Albumin

Wegen langer Halbwertszeit im Serum (etwa 20 Tage) Erniedrigung erst bei lange anhaltender Störung der Syntheseleistung (z.B. bei dekompensierter Leberzirrhose). Weitere Informationen siehe hier.

Pseudocholinesterase

Wegen relativ kurzer Halbwertszeit gut verwendbar zur Beurteilung kurzfristiger Veränderungen in der Syntheseleistung

Gerinnungsfaktoren

In der Leber werden folgende Faktoren des Hämostasesystems gebildet:I (Fibrinogen), II, V, VII, IX, X, XI, XII, XIII, Antithrombin 3 (AT3, heute nur noch AT), Protein C, Protein S.

Von ihnen sind folgende Faktoren Vitamin K-abhängig: II (Prothrombin), VII, IX, X, Protein C, Protein S.

Zur Beurteilung der Syntheseleistung der Leber eignen sich in der Praxis die Faktoren I (Fibrinogen), Faktor V und Antithrombin 3.

Meist resultiert aus einer Syntheseleistungsstörung der Leber eine Blutungsneigung; es kann bei Überwiegen einer Einschränkung der Synthese von AT III, Protein C oder Protein S in seltenen Fällen jedoch auch zu einer Thromboseneigung kommen.

Die Bestimmung des Quickwerts kann als Übersichtsuntersuchung zur Beurteilung der Syntheseleistung der Leber herangezogen werden.

Verweise


Leberzirrhose – Neues