Ponatinib

Ponatinib ist ein Multityrosinkinase-Inhibitor, der zur oralen Behandlung der chronisch myeloischen Leukämie und anderer myeloproliferativer Erkrankungen bei Resistenz gegenüber anderen Tyrosinkinaseinhibitoren geeignet erscheint.

Wirkmechanismus

Die Fibroblasten-Wachstumsfaktoren und ihre Rezeptoren spielen eine bedeutende Rolle bei der Entstehung verschiedener Tumore. So tragen auch Zellen der myeloproliferativen Syndrome Rezeptoren des Fibroblasten-Wachstumsfaktors (FGFRs). Tyrosinkinasehemmer haben die Therapie der CML deutlich verbessert; dennoch muss in bis zu 30% der Fälle mit einer Resistenz auf Imatinib innerhalb der ersten 5 Jahre der Therapie gerechnet werden. Die Resistenz beruht auf Punktmutationen der Wachstumsfaktoren, die die Bindung des Inhibitors verhindert. Ponatinib (früher: AP24534) kann die Resistenz dieser Zellen überwinden; es hemmt die Rezeptoren und damit die über ihre Vermittlung induzierte Zellproliferation [1].

Wirkung

In einer Phase-1-Studie wurde bei 43 Patienten mit vorbehandelter CML in der chronischen Phase und Resistenz gegen Tyrosinkinaseinhibitoren mit Ponatinib ein dauerhaftes Ansprechen von 98% festgestellt. Von 22 Patienten in einer fortgeschrittenen Krankheitsphase oder im Blastenschub und mit einer Philadelphia-Chromosom-positiven ALL zeigten 32% ein gutes Ansprechen [2].

Verweise

Literatur

  1. ? Cancer Cell. 2009 Nov 6;16(5):401-12
  2. ? N Engl J Med. 2012 Nov 29;367(22):2075-88