Polyglobulie

Polyglobulie bedeutet Erhöhung der Zahl der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) im Blut. Wenn sie durch Überaktivität des Knochenmarks zusammen mit einer Erhöhung der Zahl der Leukozyten und Thrombozyten einhergeht, wird dies als Polyzythämie bezeichnet.


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Ursachen

Erhöhung der Reproduktion der roten Blutbildung im Knochenmark über das Maß des natürlichen Erythrozytenabbaus im peripheren Blut hinaus.

  • Adaptive Polyglobulie: Ein wesentliche Stimulation der Erythrozytenbildung erfolgt adaptiv über das in den Nieren gebildete Erythropoetin (EPO), wenn im Körpergewebe Sauerstoffbedarf vorliegt. Dies ist in sauerstoffarmer Luft der Fall, aber auch bei
  • Eine nicht adaptive Polyglobulie entsteht bei pathologischer Erythropoetin-Produktion im Rahmen eines Nierenzellkarzinoms als Paraneoplasie oder durch EPO-Doping.
  • Eine Eisenüberladung des Körpers im Rahmen einer Hämochromatose kann mit einer Polyglobulie einher gehen.
  • Eine Exsikkose (Wassermangel) führt zu einer relativen Eindickung des Bluts mit Erhöhung der Blutkörperchenzahl pro Volumen.

Behandlung

Der Nachweis einer Polyglobulie sollte zur ursächlichen Abklärung veranlassen. Die Behandlung erfolgt je nach Ursache.

Da die Polyglobulie mit einem erhöhten Risiko für Thrombosen und Lungenembolien verbunden ist, muss für eine Normalisierung des Hämatokrits gesorgt werden. Speziell bei der nicht durch eine Exsikkose bedingten Form muss eine Prophylaxe durch Antikoagulation und Aderlässe ins Auge gefasst werden. Bei einem Hämatokrit von über 50 kommt je nach Einzelfall eine Aderlass-Therapie in Frage.

Verweise

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).