Neuroendokrine Tumore

Neuroendokrine Tumore wurden früher als Karzinoide bezeichnet und unter dem Begriff APUDome zusammengefasst. Ein Teil der Tumore ist jedoch nicht endokrin aktiv (nichtfunktionelle Tumore).


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Wachstum

Bei den neuroendokrinen Tumoren handelt es sich um hochdifferenzierte Tumore, die meist nur sehr langsam wachsen und gutartig sind. Sie können aber auch Zeichen einer Invasivität zeigen und sind dann als neuroendokrine Karzinome zu bezeichnen. Gering differenzierte neuroendokrine Karzinome dagegen können früh Metastasen bilden. Wenn sie in die Leber metastasieren, beginnt bei Hormonproduktion eine ausgeprägte Symptomatik.

Diagnostik

Meist werden neuroendokrine Tumore erst relativ spät erkannt; sie machen sich durch ihre Größe oder durch hormonelle Effekte, die jedoch nicht immer vorhanden sind, bemerkbar. Die Abklärung erfolgt durch bildgebende Verfahren wie Sonographie, Computertomographie, MRT oder PET. Ist die Diagnose durch Histologie (nach Probepunktion) gestellt, wird die Ausbreitungsdiagnostik meist durch eine Somatostatin-Rezeptor-Sinitigraphie ergänzt.

Therapie

  • Eine frühzeitige Operation führt gelegentlich zu einer Heilung. Operationen sind ansonsten in Einzelfällen zur Tumorverkleinerung und zur Komplikationsbeherrschung indiziert.
  • Lokal ablative Verfahren (z. B. Elektrokoagulation oder Radioembolisation von Lebermetastasen, SIRT)
  • Analoga von Somatostatin beherrschen vielfach die hormonell bedingten Beschwerden sehr gut.
  • Eine Chemotherapie wird bei rasch wachsenden wenig differenzierten Tumoren erforderlich.
  • Die Peptide-Receptor-Radiotherapie ist ein Verfahren, bei dem radioaktive Liganden an tumorspezifische Rezeptoren binden und eine lokale Bestrahlung verursachen [1].

Mehr zu neuroendokrinen Tumoren siehe unter APUDome.

Hereditäre neuroendokrine Tumore

Das gemeinsame Auftreten neuroendokriner Tumore in verschiedenen Organen wird unter Multiple endokrine Neoplasie zusammengefasst. Sie weist in der Regel eine familiäre Häufung und genetische Ursache auf. Es finden sich zwei Typen:

Mehr zur multiplen endokrinen Neoplasie siehe hier.

Verweise

Literatur

  1. ? Drugs Today (Barc). 2011 Oct;47(10):773-86