Leberzysten

Von Fachärzten verständlich geschrieben und wissenschaftlich überprüft

Leberzysten sind flüssigkeitsgefüllte Räume im Leberparenchym. Es handelt sich um „Pseudozysten“, d.h. flüssigkeitsgefüllte Räume ohne Grenzmembran. Histologisch finden sich keine begrenzenden Epithelzellen; in der Sonographie lassen sich keine Wandreflexe erkennen. Leberzysten treten häufig auf, sind meist harmlos und werden meist nur sehr langsam größer. Eine spezielle Therapie ist selten erforderlich. Große Zysten können Beschwerden bereiten sowie ein erhöhtes Blutungs- und Perforationsrisiko darstellen. Bei ihnen kommt therapeutisch eine Entlastung und Verödung infrage.


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Ursache

Die Ursache solitärer Zysten in der Leber ist in der Regel unklar. Multiple Leberzysten sind meist familiär gehäuft. Bei einer genetisch bedingten polyzystischen Degeneration sind auch andere Organe, wie die Nieren und die Bauchspeicheldrüsen mit betroffen.

Symptome

Leberzysten machen meist keine Beschwerden. Ausnahmen sind sehr große Zysten, die lokalen Druck ausüben und Oberbauchbeschwerden hervorrufen können. Sie können spontan einbluten oder oder bei geringem Bauchtrauma „platzen“ und zu einem Spontanschmerz führen.

Bei der polyzystischen Degeneration kann die Leber im Spätstadium durch Zysten so durchsetzt sein, dass sie stark anschwillt, in ihren Funktionen nachlässt und insuffizient wird.

Diagnostik

Leberzysten im Ultraschallbild
Mehrere reflexfreie Leberzysten unterschiedlicher Größe im Ultraschallbild der Leber (Subkostalschnitt).

Leberzysten treten mit zunehmendem Alter häufiger auf. Sie werden meist bei einer Ultraschalluntersuchung des Bauchraums zufällig entdeckt.

 

Es handelt sich um scharf begrenzte reflexlose Räume im Leberparenchym ohne eine erkennbare Wandstruktur (siehe auch hier). Bei typischem Befund ist eine weitere Diagnostik kaum nicht erforderlich. Im Zweifel kann eine Computertomographie klären.

Leberzysten rufen keine Veränderungen der Leberwerte hervor.

Differenzialdiagnosen

Abgegrenzt werden muss die normale Leberzyste von einer Echinokokkuszyste, bei der bei bildgebenden Untersuchungen eine Wand deutlich erkennbar ist.

Auch kann gelegentlich eine zystische Flüssigkeitsansammlung durch ein Caroli-Syndrom differenzialdiagnostisch in Betracht kommen.

Ein Abszess (z. B. ein Amöbenabszess) in der Leber ist sonographisch durch Binnenreflexe auffällig und meist leicht von einer Leberzyste zu unterscheiden; zudem ist er meist mit Fieberschüben verbunden.

Behandlung

Leberzysten werden zunächst nur beobachtet, z. B. durch jährliche sonographische Kontrollen. Schwillt eine Leberzyste an, so dass das Risiko einer Perforation wächst, so kann eine operative Therapie (Entdeckelung) in Betracht gezogen werden. Dabei wird die sehr dünn gewordene Parenchymschicht zur freien Leibeshöhle (Zystendach) laparoskopisch (unter Sicht bei einer Bauchspiegelung) entfernt, nachdem der Zysteninhalt abgesaugt worden ist. Nachlaufende Zystenflüssigkeit wird durch das große Netz mit seinem Bauchfell, das am Rand der Zyste fixiert wird, resorbiert.

Verweise

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).