Leberhämangiom

Das Leberhämangiom ist ein gutartiges Blutschwämmchen in der Leber. Es findet sich im 1 – 20% in der allgemeinen Bevölkerung  und ist damit der häufigste gutartige Tumor in der Leber. Da er keine Symptomatik hervorruft, wird es in der Regel nur zufällig bei einer aus anderen Gründen durchgeführten Ultraschalluntersuchung festgestellt. 1) 2019 Jul;98(27):e16410. doi: 10.1097/MD.0000000000016410.

Diagnostik

Die Diagnostik von Hämangimen in der Leber erfolgt in erster Linie durch Sonographie. Mit ihrer Hilfe lassen sich zwei Formen meist gut unterscheiden, eine reflexreiche und eine reflexarme Form. Besonders eine echoarme Struktur kann diagnostische Probleme bereiten. Wenn unabhängig davon ein bösartiger Tumor, z. B. ein Lungenkarzinom vorliegt, kann der in Frage stehende Leberherd als Metastase verdächtigt werden. Wird zur Klärung eine Biopsie durchgeführt, so kann sie dann überraschenderweise zu einer übermäßigen Blutung führen. 2) 2019 Mar-Apr;32(2):213. doi: 10.20524/aog.2019.0345.

Sonographie

Zufallsbefund einer reflexreichen Raumforderung in einer sonst unauffälligen Leber in der Sonographie. Es handelt sich um ein typisches Hämangiom.

Charakteristisch ist ein homogen echoreicher (heller), scharf begrenzter Bezirk im Leberparenchym.

Seltener sind kavernöse Hämangiome, die weite blutgefüllte Räume beinhalten und sonographisch reflexarm (dunkel) erscheinen. können auch relativ reflexarm sein.

Kontrastmittelsonographie

Reflexreiche Hämangiome in der Leber werden arteriell versorgt und färben sich durch Kontrastmittel früh an. Kavernöse Hämangiome dagegen füllen sich deutlich später mit Kontrastmittel. Dazu siehe hier.

Differenzialdiagnosen

In einigen Fällen kann die sonographische Erscheinung des Leberhämangioms atypisch und die Differenzialdiagnose zu einem anderen Lebertumor schwierig sein, so z. B. zu einem hepatozellulären Karzinom, einem Cholangiokarzinom, einer fokalen Mehrverfettung oder einer Tumormetastase. In diesen Fällen lässt sich eine Klärung durch eine Kontrastmittelsonographie, Computertomographie (CT) der Leber oder Magnetresonanztomographie (MRT) erreichen. Eine definitive Sicherung der Diagnose kann in atypischen Fällen oft erst durch eine Leberbiopsie und Histologie erreicht werden. 3) 2017 Dec;96(50):e9192. doi: 10.1097/MD.0000000000009192.


→ Über facebook informieren wir Sie über Neues auf unseren Seiten!


Verweise


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).



Literatur   [ + ]

1. 2019 Jul;98(27):e16410. doi: 10.1097/MD.0000000000016410.
2. 2019 Mar-Apr;32(2):213. doi: 10.20524/aog.2019.0345.
3. 2017 Dec;96(50):e9192. doi: 10.1097/MD.0000000000009192.