Kachexie

Kachexie bedeutet hochgradiges Untergewicht. Ein kachektischer Mensch besteht “nur noch aus Haut und Knochen”. Ursache ist meist Nahrungsmangel oder Krebs.

Pathophysiologie

Wegen ungenügender Kalorienzufuhr wird körpereigene Substanz zur Aufrechterhaltung der Körperfunktionen aufgebraucht; es kommt zum körperlichen Abbau (Abbaustoffwechsel – Katabolismus) mit Gewichtsabnahme. Eine starke Gewichtsabnahme bedeutet einen Aufbrauch von körpereigenen Glykogenvorräten, von Körperfett und, wenn auch diese Kalorienmobilisation unzureichend wird, zum Abbau von Eiweiß des Körpers, d. h. von Muskelmasse: damit kommt es zu einer “negativen Stoffwechselbilanz”, d. h. zu einer größeren Stickstoffausscheidung über Harnstoff im Urin (herstammend aus dem abgebauten Eiweiß) als Stickstoffzufuhr (aus Nahrungseiweiß).

Ein kataboler Stoffwechselzustand ist im Urin durch Nachweis der ausgeschiedenen Ketonkörpern (Azetessigsäure, Azeton und β-Hydroxybuttersäure) leicht zu erkennen. Durch den Katabolismus kommt es zu einer generellen Abwehrschwäche, denn die Bildung von Abwehrzellen und von Antikörpern (als Immunglobuline sind sie Proteine) ist auf Eiweißzufuhr angewiesen. Bei Eiweißmangel steigt damit das Risiko für Krankheiten. In Ländern, in denen Hunger vorherrscht, kommt daher die Tuberkulose auf.


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Ursachen einer Kachexie

Exemplarische Ursachen einer Kachexie sind:

Folgen der Kachexie

Ein erheblicher Nahrungsmangel, der zu Untergewicht und Kachexie führt, mündet in einen allmählichen Mangel an lebenswichtigen Bausteinen für die körpereigene Synthese von Fettgewebe, von Glykogenvorräten in Leber und Muskulatur, damit zu einem Abfall der körperlichen Leistungsfähigkeit, von körpereigenem Eiweiß (wie z. B. Albumin, Gerinnungsfaktoren oder in einer allgemeinen Abwehrschwäche. Die Symptome können bei starkem Eiweißmangel ähnlich denen einer Sprue sein.

Mehr zur Kachexie siehe unter Marasmus.

Verweise

Patienteninfos

Bitte beachten


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).