Funktionelle Herzkrankheit

Definition

Von einer funktionellen Herzkrankheit wird gesprochen, wenn Herzbeschwerden nicht auf eine organische Ursache zurückgeführt werden können. Dazu ist im allgemeinen eine differenzierte Ausschlussdiagnostik erforderlich, besonders bei Patienten in fortgeschrittenem Alter oder bei Risikofaktoren für eine koronare Herzkrankheit.

Symptomatik

Die Beschwerden ähneln denen einer Angina pectoris durch eine koronare Herzkrankheit und lassen sich oft nicht ohne weiteres von ihr differenzieren. Sie treten allerdings meist in Ruhe und nicht bei Belastung auf.

Diagnostik

Funktionelle Herzbeschwerden werden angenommen, wenn sich keine organischen Störungen nachweisen lassen. Sie können als relativ wahrscheinlich angenommen werden, wenn es sich um Patienten handelt, die keine Risikofaktoren für eine koronare Herzkrankheit aufweisen.

Der Ausschluss organischer Störungen kann schwierig sein und beinhaltet

  • eine genaue Anamnese: Beschwerden unter Belastung oder/und in Ruhe? Besserung unter Belastung? Assoziation mit psychischen Belastungssituationen bzw. einer Besserung an Wochenenden oder in Ferien?
  • das EKG: Erregungsrückbildungsstörungen? Rhythmusstörungen?
  • das Stressecho des Herzens: Echokardiographie unter Belastung: belastungsabhängige Wandbewegungsstörungen (Dyskinesien)?

Vor Anwendung teurer und risikoreicher Diagnostik wird bei entsprechendem klinischem Verdacht jedoch meist erst ein therapeutischer Versuch der psychischen und vegetativen Beeinflussung unternommen.

Differenzialdiagnosen

Es muss in erster Linie festgestellt werden, ob es sich bei der angegebenen Symptomatik um den Ausdruck einer koronaren Herzkrankheit handelt, da sie mit einem hohen kardialen Risiko behaftet ist. Daneben kommen auch extrakardiale Ursachen in Frage, die ausgeschlossen werden sollten. Zu ihnen gehören

  • von der Wirbelsäule ausgehende Beschwerden (z. B. degenerative Wirbelsäulenkrankheit),

Therapie

Die Therapie zielt auf eine psychische Beruhigung und Dämpfung einer vegetativen Übererregbarkeit: Stress- oder Problemabbau, ggf. vorübergehend milde psychovegetativ regulierende Substanzen, Beta-Blocker oder auch Antidepressiva.

Verweise

Patienteninfos