Fazialisparese

Verlauf des Nervus facialis

1. Abgang
N. petrosus major => Tränen- und Nasendrüsensekretion (Schirmer-Test).

2. Abgang
N. stapedius => Musculus stapedius, reguliert Akusis durch Fixation des Steigbügels im Mittelohr.

3. Abgang
Chorda tympani => Geschmacksempfindung vordere 2/3 der Zunge.

4. Abgang
N. intermedius => Sensibilität Ohr und Gehöhrgang.

Endäste => Motorische Innervation der Gesichtsmuskulatur.

Symptome

Je nach Ort der Schädigung des N. facialis treten unterschiedliche Symptome auf. Wenn die Schädigung nach den 4 Abgängen des Nerven liegt, so ist lediglich die motorische Innervation betroffen. Es kann also durch die Symptomatik auf die anatomische Stelle der Läsion geschlossen werden.

  • Parese der Gesichtsmuskeln (inkompletter Lidschluss, hängender Mundwinkel etc)
  • sichtbares Bell Phänomen (Auge dreht sich nach oben beim Lidschluss)
  • Lagophthalmus (sichtbare Sklera bei geschlossenem Auge)
  • Beeinträchtigung des Kornealreflexes (efferenter, motorischer Reflexbogen gestört)

Je nach Ort der Schädigung:

  • Verminderte Tränenproduktion
  • Hyperakusis
  • Beeinträchtigte Geschmacksempfindung im vorderen Zungenteil

Ätiologie

Es gibt eine Reihe von Ursachen einer Fazialisparese:

  • meist idiopathisch (d.h. unbekannte Genese)
  • Hirninfarkt (Apoplex, Schlaganfall)
  • Felsenbeinfraktur
  • Multiple Sklerose
  • Guillian Barre Syndrom
  • Borreliose
  • Otitis media
  • Mastoiditis
  • Parotitis
  • Herpes zoster
  • Akustikusneurinom
  • Glomustumor
  • Aneurysma der A. vertebralis
  • iatrogen (durch medizinische Eingriffe)

Defektheilung

  • Krokodilstränen: Fehleinsprossung der Nervenfasern der Speicheldrüsen in die Tränendrüse führt zu einer Tränenproduktion beim Essen.
  • Geschmacksschwitzen: Fasern der Chorda tympani sprossen zur N. auriculotemporalis (N. trigeminus).

Prognose

Die Prognose der peripheren Fazialisparese ist günstig. Innerhalb von 3 Monaten bilden sich etwa 75% der Fälle zurück. Defektheilung mit bleibender funktioneller Beeinträchtigung sind mit 10% eher selten.

Verweise