Erythema nodosum

Das Erythema nodosum ist eine schmerzhafte rötlich-livide Schwellung, die im jugendlichen und jungen Erwachsenenalter auftritt und meist vor den Schienbeinen lokalisiert ist. Ihr liegt eine lokale Entzündung des Unterhautfettgewebes zugrunde, die durch viele Faktoren ausgelöst sein kann. Frauen sind deutlich häufiger als Männer betroffen [1][2].

Ätiopathogenese

Das Erythema nodosum ist eine lokale Entzündung des subkutanen Fetts (Panniculitis), die wahrscheinlich immunologisch bedingt ist. Es bestehen Hinweise auf eine verzögerte Hypersensitivitätsreaktion Typ IV auf verschiedene Antigene. Histologisch findet man in den Septen des Unterhautfettgewebes Infiltrate neutrophiler Granulozyten und Histiozyten mit Granulombildungen um proliferierende Kapillaren; kleine Blutungen können vorkommen [3].

Meist ist ein Auslöser nicht eruierbar; über 50% der Fälle sind idiopathisch. Einige Auslöser sind jedoch bekannt, die Grund einer weiterführenden Diagnostik sind. Zu ihnen zählen:

Klinische Manifestation

Erythema nodosum an den Streckseiten beider Beine bei einer 27-jährigen Patientin mit Morbus Crohn

Das Erythema nodosum tritt meist nach einem Prodromalstadium von 1-3 Wochen mit allgemeinem Krankheitsgefühl, leichtem Fieber, manchmal auch Husten und Gelenkbeschwerden auf.

Die meist mehrere Zentimeter messenden lividen und schmerzhaften Knoten befinden sich meist symmetrisch prätibial, aber können auch an anderen Stellen der Haut, so z. B. an den Streckseiten der Arme lokalisiert sein. Sie sind unscharf begrenzt, können ähnlich einem subkutanen Bluterguss aussehen und ulzerieren nicht. Neue Knoten können in einem Zeitraum von 2-6 Wochen entstehen; sie verschwinden nach 1-2 Monaten meist vollständig ohne Narbenbildung. Begleitende Gelenkbeschwerden können noch jahrelang fortbestehen.

Diagnostik

Das Erythema nodosum ist eine prima-vista-Diagnose. Wird die Diagnose für wahrscheinlich gehalten, folgen Untersuchungen nach auslösenden Erkrankungen:

  • Anamnese: nach Prodromalsymptomen (s.o.), neuen Medikamenten, Stuhlverhalten
  • Rachenabstrich: Streptokokken?
  • Stuhlprobe: Yersinien? Parasiten? Bei V. a. Colitis ulcerosa ggf. Koloskopie
  • Röntgenbild des Thorax: Sakroidose? Tuberkulose? Ggf. weitere Abklärung.

Differenzialdiagnosen

Als Differenzialdiagnosen kommen gelegentlich andere Formen einer Paniculitis, eine Hautmanifestation eines Lupus erythematodes (Lupus-Paniculitis), leukämische Infiltrate oder eine Lipodystrophie in Betracht. In Zweifelsfällen klärt eine Biopsie.

Therapie

Das Erythema nodosum ist meist eine selbstlimitierende Erkrankung (s.o.). NSAR sowie Glukokortikoide führen jedoch meist sehr rasch zu einer Verbesserung der Beschwerden und zum Verschwinden des Erythems.

Im Zentrum steht jedoch die Behandlung der auslösenden Ursache, wenn sie bekannt ist, wie Antibiotika bei einer bakteriellen Infektion, Absetzen verdächtigter Medikamente oder Therapie der Sarkoidose oder Tuberkulose.

Verweise

Literatur

  1. ? Scand J Infect Dis. 2004;36:424–7
  2. ? Am Fam Physician. 2007 Mar 1;75(5):695-700
  3. ? J Am Acad Dermatol. 2001;45:163–83