Eosinophile Ösophagitis

Definition

Die eosinophile Ösophagitis ist eine Entzündung der Speiseröhre, die histologisch durch einen vermehrten Gehalt an eosinophilen Granulozyten gekennzeichnet ist [1]. Sie wird diagnostiziert, wenn

  • eine Schluckstörung (Dysphagie) vorliegt
  • histologisch mehr als 15 Eosinophile im Gesichtsfeld bei hoher Auflösung gezählt werden,
  • andere Erkrankungen, bei denen die Eosinophilen vermehrt sein können, ausgeschlossen sind.

Ätiopathogenese

Es besteht eine genetische Prädisposition, wie die beoachtbaren familiären Häufungen zeigen [2]. Das Vorliegen des Eotaxin-3-Gens ist assoziiert mit der Erkrankung [3]. Betroffen sind überwiegend Kaukasier und Männer.

Zudem werden Umweltfaktoren diskutiert, die zur Auslösung beitragen können. Es wird ein Zusammenhang vermutet zwischen hohem hygienischen Standard und dem Risiko für allergische und autoimmunologisch bedingte Erkrankungen. Dies soll auch für die eosinophile Ösophagitis gelten [4].

Unter den Auslösern werden insbesondere Nahrungsmittelallergene und inhalative Allergene diskutiert [5].

Symptomatik

Die eosinophile Ösophagitis (EE) und die gastroesophageale Refluxkrankheit (GERD) zeigen ähnliche Symptome [6]. Sie ist oft mit Allergien oder Asthma bronchiale assoziiert. Es besteht eine Neigung zu spastischem Ösophagus und Bolusobstruktionen. Gelegentlich werden auch entzündliche Strikturen beobachtet. Manchmal sind solche Obstruktionen erst endoskopische behebbar. Bei der Gelegenheit sollten Gewebeproben aus der Schleimhaut entnommen werden, auch wenn sie makroskopisch normal aussieht [7]. Betroffen sind meist Männer im jungen bis mittleren Lebensalter.

Diagnostik

Endoskopie bei Verdacht auf eosinophile Ösophagitis Biopsie: in 1/4 der Fälle normale Schleimhaut, ansonsten verschiedene Aspekte möglich (wie z. B. Rötung, Schwellung, lokale Erhabenheiten, Engen). Gefordert werden 15 oder mehr Eosinophile pro Gesichtsfeld bei hoher Auflösung (bei der GERD kann auch eine leichte Gewebseosinophilie vorliegen, jedoch weniger als 7-10/Gesichtsfeld). Wenn dann eine eosinophile Gastroenteritis, Parasiten, eine Vasculitis oder andere Erkrankungen, die mit einer Eosinophilie einhergehen können, ausgeschlossen sind, kommt die eosinophile Ösophagitis in die engere Differenzialdiagnose. Schwierig wird die Diagnose, wenn eine GERD und zudem eine eosinophile Ösophagitis vorliegen. Hilfreich kann die Tatsache sein, dass die eosinophile Ösophagitis den proximalen Ösophagus gleich oder gar mehr befällt als den distalen, wo sich bei der GERD die Eosinophilen vermehrt finden. Daher wird empfohlen, bei einer Gastroskopie Gewebeproben aus allen Ösophagusabschnitten zu entnehmen [8].

Therapie

Die Therapie ist nicht zufriedenstellend. Die Nähe zu den allergische bedingten Erkrankungen lässt eine Therapie mit Glukokortikoiden sinnvoll erscheinen. Zudem sollten die Allergene (z. B. Nahrungsmittelallergene) identifiziert und vermieden werden. Das bedeutet u. a. eine diätetische Einschränkung.

Es werden Einzelerfolge mit Anti-TNF-alpha (Infliximab) und Anti-IL5 (Mepolizumab) (welches auch in anderen hypereosinophilen Syndromen wirksam sein soll [9]) berichtet [10][11]. 1) 2006 Dec;118(6):1312-9.

Verweise

Literatur

  1. ? Pathology. 2008 Jan;40(1):3-8
  2. ? Gastrointest Endosc 2007; 65: 335-336
  3. ? J Clin Invest 2006; 116: 536-547
  4. ? Clin Gastroenterol Hepatol 2009; 7: 415-419
  5. ? Neurogastroenterol Motil. 2009 Apr 13
  6. ? World J Gastroenterol 2008 March 7; 14(9): 1463-1466
  7. ? J Clin Gastroenterol 2007; 41: 356-361
  8. ? Am J Gastroenterol. 2009 Feb;104(2):485-90
  9. ? J Allergy Clin Immunol. 2004 Jan;113(1):115-9.
  10. ? Pathobiology. 2005;72(6):287-92
  11. ? Hautarzt. 2007 Feb;58(2):122, 124-7

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).


 


Literatur   [ + ]

1. 2006 Dec;118(6):1312-9.