Eosinophile Granulozyten

Eosinophile Granulozyten (abgekürzt: Eos oder Eosinophile) sind Leukozyten, deren Granula sich mit Eosin rötlich anfärben. Sie enthalten das „major basic protein“, das eosinophile kationische Protein und eine eosinophile Peroxidase. Die Halbwertszeit der Eosinophilen im Kreislauf beträgt 6-12 Stunden. Die Bildung eosinophiler Granulozyten wird durch Interleukin-5 (IL-5) angeregt, das wiederum von T-Helferzellen und Mastzellen gebildet wird. IL-5 wirkt als Eosinophilen-Kolonie-stimulierender Faktor [1].


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Bedeutung der eosinophilen Granulozyten

Eosinophile Granulozyten deaktivieren die von Mastzellen freigesetzten Mediatoren, wie Histamin und Leukotriene, und beeinflussen so allergische Reaktionen; sie wirken damit der spastischen Bronchuskonstriktion beim Asthma und einer Vasokonstriktion (Blutgefäßverengung) entgegen. Ein Neurotoxin der Eosinophilen schädigt Nervenzellen.

Als Hauptaufgabe der Eosinophilen wird heute die Abwehr von in den Körper eindringenden Parasiten angesehen.

Referenzwerte

  • Angabe relativ zur Gesamtzahl der kernhaltigen Zellen im Blutausstrich; normal sind 3 +/- 2% .
  • Angabe als absolute Zahl: normal sind bis 350/Mikroliter. Ab 450/Mikroliter werden die Werte als eindeutig erhöht im Sinne einer Eosinophilie angesehen.

Erhöhte Werte

Erhöhte Werte für eosinophile Granulozyten (Eosinophilie) findet man bei vielen Ursachen:

  • Parasiten, insbesondere Würmer gehören zu den häufigsten Ursachen einer zum Teil erheblichen Eosinophilie. Gesucht werden sollte z. B. nach Ascaris; Trichinen, Echinokokken, Zystizerken, Filarien, Hakenwürmern.
  • Allergische Erkrankungen, insbesondere allergisch bedingte Hautkrankheiten, wie Urtikaria, atopische Dermatitis und Ekzem, sind eine häufige Ursache.
  • Die Heilungsphase bakterieller und viraler Infektionskrankheiten (z. B. Scharlach und Masern): der Anstieg der Eosinophilen im Differenzialblutbild wird gelegentlich als “Morgenröte” bezeichnet.
  • Die Eosinophilie unbekannter Ursache („idiopathische Eosinophilie“) kommt seltener vor.
  • Der Morbus Hodgkin kann mit einer Eosinophilie einhergehen.
  • Tumore, besonders der Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom),
  • Eosinophilen-Leukämie: Blutkrebs mit Eosinophilen; hierbei finden sich besonders hohe Werte.
  • Eosinophile gastrointestinale Erkrankungen [2]: z. B. eosinophile Ösophagitis, eosinophile Gastritis, eosinophile Enteritis, eosinophile Kolitis. Bei diesen Erkrankungen finden sich die Eosinophilen hauptsächlich in der Schleimhaut.
  • Seltene Erkrankungen wie das Churg-Strauss-Syndrom, die eosinophile Fasciitis, das Dressler-Syndrom oder die Panarteriitis nodosa.

Erniedrigte Werte

Relativ niedrige Werte für eosinophile Granulozyten sind häufig Folge

  • der Therapie einer Erkrankung mit Kortikosteroiden, seltener mit Beta-Blockern,
  • einer akuten bakteriellen oder viralen Infektion; in der Gesundungsphase einer solchen Infektion kann umgekehrt eine leichte Erhöhung der Eosinophilenzahl auftreten (s.o.).

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Fachinfos

Infos für Patienten

Literatur

  1. ? J Exp Med 1986; 163(5):1085-1099
  2. ? Curr Opin Gastroenterol. 2011 Oct;27(6):515-22