Endotoxine

Definition

Endotoxine sind Giftstoffe aus dem Darmkanal, die von Bakterien gebildet werden und im Körper schädliche Wirkungen hervorrufen können. Es handelt sich um Lipopolysyccharide aus den Wänden Gram-negativer Bakterien.


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Pathophysiologie und Bedeutung

Einige klinische Aspekte:

  • Endotoxine entstehen in höchster Konzentration im Darm, werden aber normalerweise von der Darmwand kaum aufgenommen.
  • Der Einstrom von Endotoxinen in Blut ist bei Entzündungen des Darms (z. B. Colitis ulcerosa, Gastroenteritiden oder bakterielle Überwucherung des Dünndarms) erhöht, da die Barrierefunktion der Schleimhaut vermindert ist. Sie gelangen über das Pfortaderblut in die Leber und dann weiter in den Kreislauf des Körpers. Sie heften sich beispielsweise an Makrophagen über den CD4-Rezeptor an und lösen Signalwege aus, die schließlich zu Entzündungen, Fieber, Blutdruckabfall (bis hin zum Schock) und komplexen Veränderungen im Stoffwechsel führen. Beteiligt sind: TNF-alpha, IL-8 und IL-6.
  • Bei der portalen Hypertension (z. B. bei der Leberzirrhose) gelangen die vom Darm ins Blut aufgenommenen Endotoxine unter Umgehung der Leber, die mit ihren Kupffer´schen Sternzellen ein Filter darstellt, direkt in den großen Blutkreislauf und entfalten daher sehr viel früher und intensiver systemische Wirkungen.
  • Die Inhalation von Endotoxinen mit der Atemluft führt zu bronchitischen Reaktionen, bei chronischer Inhalation u. U. zu einer chronischen Bronchitis.
  • Frühkindliche Exposition mit Endotoxinen können – so eine Hypothese – zu Verminderung des Risikos einer Allergieentwicklung beitragen.

Verweise