Toxisches Megakolon

Medizinische Informationen zur Krankheit: Entstehung, Beschwerden, Erkennung, Verlauf, Behandlung

Definition

Das toxische Megakolon ist eine potentiell lebensbedrohliche Komplikation einer Kolitis mit Dilatation über 6 cm und systemisch septisch-toxischer Auswirkung auf den Körper.

Ätiopathogenese

Zugrunde liegt meist ein Schub eine Colitis ulcerosa, seltener eine infektiöse Colitis. Bei der Entwicklung eines toxischen Megakolons bei Colitis ulcerosa kann eine CMV-Infektion eine wegbereitende Rolle spielen [1][2]. Beispiele für infektiöse Ursachen sind eine Infektion durch enterotoxische E. coli-Stämme, [3] und durch Clostridium difficile [4].

Symptomatik

Die Symptomatik ist dominiert durch den Ileus und die Grundkrankheit des Kolons mit Entwicklung eines toxischen Schocks und einem Multiorganversagen.

Diagnostik

Anamnese einer entzündlichen Kolitis (meist Colitis ulcerosa) mit akuter Verschlechterung, Auftreibung des Abdomens und starker Schmerzen.

Röntgenologisch: dilatiertes Kolon (> 6 cm).

Labor: akute Entzündungsparameter, Blutkultur, Gerinnungsparameter (Abfall weist auf disseminierte intravasale Gerinnung, DIC), Leberwerte, Nierenwerte, Blutbild (Leukozytose, ggf. Hb-Abfall, Thromozytenabfall).

Klinik

Die klinischen Symptome sind geprägt von der Grundkrankheit (einer Kolitis, meist Colitis ulcerosa) und den toxischen und septischen Komplikationen mit massiver Auftreibung des Abdomens, Bauchschmerzen, Fieber, ggf. Zeichen einer diffusen Blutungsneigung bei Verbrauchskoagulopathie. Schließlich Zeichen eines allgemeinen Multiorganversagens.

Therapie

Frühoperation: Bisherige Erfahrungen zeigen, dass eine konservative Behandlung (inkl. hoch dosierter Antibiotika) die hohe Letalität nicht ausreichend zu senken imstande ist. Daher wird heute an einigen Zentren eine frühe Operation bevorzugt [5].

Leukozytenapherese (LCAP): Diese Methode zur Entfernung von Leukozyten aus dem Blut hat sich bei schwerer Colitis ulcerosa als hilfreich herausgestellt. Sie scheint auch günstig beim toxischen Megakolon zu wirken [6].

Differentialdiagnosen

Toxischer Schock aus anderen Ursachen.

Literatur

  • Digestion. 2005; 72: 146-9
  • Dig Dis Sci. 2005; 50: 767-73

Verweise

Fußnoten

  1. ? Gastroenterol. 1994 Aug;29(4):501-5
  2. ? J Clin Gastroenterol. 1994; 19: 306-9
  3. ? Nayar DM et al. J Infect. 2005 Aug 26
  4. ? J Med Microbiol. 2005; 54: 101-11
  5. ? Digestion. 2005; 72: 146-9
  6. ? Dig Dis Sci. 2005; 50: 767-73