Dilatative Kardiomyopathie

Die dilatative Kardiomyopathie ist eine Erkrankung des Herzmuskels, die durch eine zunehmende muskuläre Schwäche mit Erweiterung der Herzhöhlen (Ventrikel) gekennzeichnet ist.

Pathophysiologie

In der Mehrzahl (etwa 2/3) der Fälle findet man in Herzmuskelproben virales Genom, so dass die Entwicklung der dilatativen Kardiomyopathie wahrscheinlich meistens über eine virusbedingte Myokarditis erklärt werden kann. 1)Circulation 2005; 111: 887-93. Aber auch andere Ursachen wie Alkohol und chemische Stoffe (auch Medikamente) kommen als Auslöser in Frage (siehe auch hier).

Die bei einer dilatativen Kardiomyopathie vorliegende Schwäche des Myokards ist auf eine systolische Kontraktionsstörung mit Verminderung der Auswurfleistung (Ejektionsfraktion (EF) erniedrigt) zurückzuführen. Die entzündliche Kardiomyopathie schreitet in aller Regel fort und führt zu einem extrem großen und kraftlosen Herzen mit nur noch geringen Wandbewegungen. Hier können Thrombenbildungen an den Herzwänden entstehen, was das Schlaganfall-Risiko erhöht. Die Einbeziehung der Vorhöfe in die Dilatation bedingt ein erhöhtes Risiko für eine absolute Arrhythmie, die ebenfalls mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko einhergeht. Ein solches Stadium, das klinisch zu einer ausgeprägten Herzinsuffizienz führt, ist oft Indikation zu einer Herztransplantation.

Diagnostik

Echokardiographie: Erkennung einer Erweiterung der Ventrikel und der myokardialen Dysfunktion mit Verminderung der Ejektionsfraktion (EF) und von Thrombenbildungen (mit denen bei niedriger Ejektionsfraktion gerechnet werden muss).

Koronarangiographie: Sie steht zur Diskussion, wenn eine ischämische Ursache in Frage kommt.

Weitere Diagnostik: Die Diagnostik bezieht die Folgen und Begleiterscheinungen mit ein wie Blutdruckverhalten und Herzrhythmusstörungen (Speicher-EKG), Lungenstauung, Ödeme.

Der Grad der Leistungseinschränkung durch die Herzinsuffizienz wird in NYHA-Stadien eingeteilt.

Therapie

Soweit möglich Ursachen beheben (z. B. Hämochromatose, Hypothyreose, Toxoplasmose), sonst Prinzipien wie bei der Behandlung der Herzinsuffizienz. Bei niedriger EF und bei absoluter Arrhythmie orale Antikoagulation. Gelegentlich Indikation zur Herztransplantation.

Verweise

Literatur

  1. ? Circulation 2005; 111: 887-93.


Literatur   [ + ]

1. Circulation 2005; 111: 887-93.