Diabetische Gastropathie

Definition

Funktionsstörung des Magens bei diabetischer Stoffwechsellage, bei der eine Dysmotilität mit Entleerungsstörung im Vordergrund steht. Sie kommt bei Diabetes Typ 1 und Typ 2 vor.

Ätiopathogenese

Die Entstehung der diabetischen Gastropathie hängt wahrscheinlich mit einer intestinalen Neuropathie zusammen und ist in seiner Symptomatik wesentlich durch die Diabetische Gastroparese bestimmt. Man macht eine Störung der NO-Bildung im Bereich der neuromuskulären Signalübertragung mitverantwortlich. Es wird vermutet, dass Medikamente, die dort angreifen, eine Perspektive für die Behandlung sein können.

Symptomatik

Bei einer diabetischen Magenentleerungsstörung kommt es zu frühzeitigem Völlegefühl, Aufstoßen und Oberbauchbeschwerden. Eine Gastroparese führt zu einer Mangelernährung und Gewichtsabnahme. Zudem wird die Wirkung oraler Medikamente unzuverlässig (mehr dazu hier).

Therapie

Die Therapie der diabetischen Gastroparese gestaltet sich schwierig. In den Anfangsphasen können Prokinetika wie Metoclopramid oder Domperidon helfen, später sind sie wirkungslos. Kleine gut verdauliche Mahlzeiten mehrfach über den Tag verteilt sind empfehlenswert.

Es werden Berichte über eine elektrische Stimulierung des Magens (“Enterra Therapy gastric neurostimulator”) veröffentlicht [1]; die Erfahrungen bei breiterer Anwendung sind abzuwarten.

Verweise

Fachinformationen

DIABETES-KOMPENDIUM

Diabetes mellitus

Informationen für Patienten

Literatur

  1. ? Expert Rev Med Devices. 2010 May;7(3):319-32