Dabigatran

Dabigatran (Pradaxa®) ist ein direkter Thrombin-Inhibitor, der zur Thromboseprophylaxe eingesezt und oral verabreicht werden kann.

Das Wichtigste

Kurzgefasst
Dabigatran ist ein Medikament zur Gerinnungshemmung; es unterdrückt die Bildung von Blutgerinnseln. In der Vorbeugung eines Schlaganfalls ist es ähnlich wirksam wie niedermolekulares Heparin. Dabigatran kann bei Heparin-Unverträglichkeit (z. B. bei einer Heparin–induzierten Thrombozytopenie, HIT) und zur Thrombose– und Embolievorbeugung nach Knie- und Hüftoperationen von Nutzen sein. Vorsicht ist vor allem bezüglich möglicher Blutungskomplikationen insbesondere bei einer Nierenschädigung (Niereninsuffizienz) geboten.

Als Antidot bei einer Blutungskomplikation steht der Antikörper Idarucizumab (Praxbind®) zur Verfügung.

Eine etwas risikoärmere Option zur Thrombembolieprophylaxe speziell bei einer Nierenfunktionsstörung scheint Apixaban zu sein.


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Wirksamkeit

Die Dosis von 2×150 mg soll bezüglich Schlaganfall-Prävention und systemischen Embolien bei Vorhofflimmern wirksamer sein als Warfarin [1].

Die Wirksamkeit von Dabigatran entspricht in etwa der von fraktioniertem Heparin (wie Enoxaparin).

Die Plasmahalbwertszeit beträgt 12-14 Stunden.

Die Ausscheidung erfolgt über die Nieren; bei Niereninsuffizienz steigt die Plasmakonzentration und damit die Blutungsgefahr.

Eine Kombination mit anderen Antikoagulantien oder mit Chinidin sollte nicht durchgeführt werden.

Indikationen

Dabigatran kann insbesondere bei Patienten eingesetzt werden, die unter Heparinen eine Heparin-induzierte Thrombopenie entwickeln.

Bei Patienten mit Vorhofflimmern bietet sich das Medikament an, sofern kein erhöhtes Risiko für eine Blutung – z. B. für eine gastrointestinale Blutung – und keine Niereninsuffizienz vorliegen.

Dabigatran wird in der Primärprophylaxe von Thrombembolien nach Hüft- und Knie-Operationen verwendet (siehe aktuelle Angaben zur Zulassung).

Im übrigen sind die Zulassungsindikationen zu beachten.

Komplikationen

Dabigatran weist, wie auch Apixaban und Rivaroxaban, in einer “real-world-study” bei Patienten mit (nicht durch eine Klappenerkrankung bedingten) Vorhofflimmern ein deutlich geringeres Risiko großer Blutungskomplikationen auf als Warfarin 1) 2017 Nov;33(11):1955-1963. doi: 10.1080/03007995.2017.1374935. .

Dabigatran ist jedoch wegen einiger Blutungskomplikationen bei Niereninsuffizienz in die Kritik gerückt. Auch wird angeführt, dass traumatische Blutungen bei Patienten, die unter dem Medikament stehen, fatal verlaufen können. Ein wirksames Antidot ist der Antikörper Idarucizumab (Praxbind®). Ansonsten ist die einzige Möglichkeit, die Wirkung zu reduzieren, die Notfalldialyse [2].

Patienten mit einer mechanischen Herzklappe erleiden unter Dabigatranprophylaxe statistisch mehr Komplikationen (sowohl Blutungen als auch Thrombembolien) als unter Warfarin, sodass ein Nutzen für diese Indikation nicht nachgewiesen werden konnte [3].

Verweise

Literatur

  1. ? Am J Cardiovasc Drugs. 2011;11(1):57-72
  2. ? N Engl J Med 2011; 365:2039-2040
  3. ? N Engl J Med 2013; 369:1206-1214


Literatur   [ + ]

1. 2017 Nov;33(11):1955-1963. doi: 10.1080/03007995.2017.1374935.