Charcot-Fuß

Der Charcot-Fuß ist eine schwere Komplikation des Diabetes mellitus mit Zusammenbruch des Fußgewölbes.

Ätiopathogenese

Der Charcot-Fuß ist gekennzeichnet durch eine neuropathische Osteoarthropathie, bei der das Fußgewölbe mit Knochen, Bändern und Gelenken der Gewichtsbelastung nicht mehr standhält. Häufig haben Patienten mit einem Charcot-Fuß deutliches Übergewicht, was zur Destruktion des Fußes erheblich beiträgt. durch schwach wird und

Der Charcot-Fuß lässt sich nicht nur durch eine Ursache erklären; es kommen viele Ursachen zusammen.

  • Führend ist eine Neuropathie mit mangelhafter Innervation der Fußmuskulatur.
  • Eine Mikroangiopathie spielt möglicherweise eine Rolle.
  • Zudem lassen sich entzündliche Vorgänge an den Knochen mit einer erhöhten Aktivität der Osteoklasten und einem erhöhten Knochenumbau feststellen, die zu Knochendestruktionen, Deformierungen, Infrakturierungen und Subluxationen führen. Folge ist der typische klinische Aspekt einer flachen Fußsohle ohne Fußgewölbe, im akuten Stadium verbunden mit Ödemen des Fußrückens.

Charcot-Fuß mit flacher Fußsohle. Zudem chronisch venöse Insuffizienz mit braunem Hämosiderin-Pigment in der Haut

Charcot-Fuß mit flacher Fußsohle und Fußrückenödem als Zeichen einer Entzündung

Prädisposition

Der Charcot-Fuß tritt gehäuft bei Patienten mit Diabetes mellitus auf, die aus anderen Gründen immunsuppressiv mit Glukokortikoiden behandelt werden. Auch wurde festgestellt, dass ein genetischer Polymorphismus von Osteoprotegerin mit dem Charcot-Fuß assoziiert ist [1].

Klinischer Befund

Der typische Aspekt ist der eines flachen Fußgewölbes. Es ist im akuten Stadium verbunden mit einem Fußödem. Der Charcot-Fuß kann sehr schmerzhaft sein; allerdings kann der Schmerz durch die Neuropathie auch vermindert empfunden werden. Nicht zu selten entwickelt sich an der Fußsohle eines Charcot-Fußes ein tiefes Ulcus (Malum perforans).

Diagnostik

Das klinische Bild eines flachen Fußes ohne Fußgewölbe ist diagnoseweisend. Ein Röntgenbild zeigt je nach Ausprägung der knöchernen Veränderungen unterschiedlich schwere Veränderungen, so z. B. eine Dislokation des Tarsometatarsalgelenks oder auch einen Bruch von Talus oder Metatarsalia. Im MRT können entzündliche Prozesse erkannt werden.

Therapie

Die Behandlung besteht in einer Fußentlastung und einer Stärkung der Knochen.

Die Fußentlastung hat eine Stabilisierung des Fußgewölbes und eine Vorbeugung einer weiteren Fußdeformierung zum Ziel. Zur Vermeidung einer Immobilität ist ein Gehgips mit Fußentlastung sinnvoll. Der andere Fuß sollte dabei durch einseitige Belastung nicht gefährdet werden.

Es werden positive Erfahrungen mit Bisphosphonaten [2][3][4] oder Calcitonin [5] zur Knochenstärkung mitgeteilt.

Bei Knochenfrakturen und -deformierungen kann je nach Befund eine operative Stabilisierung indiziert sein.

Verweise

Literatur

  1. ? Diabet Med. 2012 Jun;29(6):771-5
  2. ? Diabet Med. 1994 Jan-Feb;11(1):28-31
  3. ? J Foot Ankle Surg. 2004 Sep-Oct;43(5):285-9
  4. ? Am J Med Sci. 2008 Feb;335(2):145-8
  5. ? Diabetes Care. 2006 Jun;29(6):1392-4